Was ist Beratung?
Genau wie der Begriff 'Coaching' ist der Begriff 'Beratung' nicht rechtlich geschützt: Jede*r kann Beratung anbieten oder sich 'Berater*in' nennen. In der Regel wird Beratung für bestimmte Lebensbereiche angeboten und man unterscheidet entsprechend verschiedene Angebote:
Sozialberatung
Die Sozialberatung ist die allgemeinste Form der Beratung und wird in der Regel von Sozialpädagogen*innen oder Pädagogen*innen durchgeführt. In der Sozialberatung kann es um alle sozialen Themen gehen. In der Sozialberatung wird häufig mit dem systemischen Beratungsansatz gearbeitet: Das soziale System des*der Klienten*in und seine*ihre Ressourcen stehen bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten im Fokus.
Sozialberatung kann von allen Personen wahrgenommen werden. Sie wird zum Beispiel vom Allgemeinen Sozialdienst (ASD) der Kommunen angeboten, aber auch von vielen freien Wohlfahrtsverbänden, wie zum Beispiel der Caritas, Diakonie oder Arbeiterwohlfahrt (AWO).
Die Beratung ist in der Regel kostenlos, vertraulich und auf Wunsch auch anonym. Die Sozialberatung erfolgt unabhängig von Weltanschauung und Religion.
Beratungsstellen findet man in der Regel in der Nähe des jeweiligen Wohnortes. Oft ist die allgemeine Beratung die erste Anlaufstelle bei Problemen und sie ist auch eine Art Klärungsstelle, ähnlich wie beim Hausarzt: Das Problem wird analysiert und ggf. verschiedene Spezialisten hinzugezogen, wie zum Beispiel eine Schuldnerberatungsstelle, Suchtberatungsstelle, Erziehungsberatungsstelle oder ein*e Therapeut*in. Die allgemeine Sozialberatung koordiniert dann die verschiedenen Angebote.
Das Institut für Bildungscoaching bietet Weiterbildungen zu Beratungstechniken an, die in der Sozialberatung eingesetzt werden:
- Weiterbildung zum Systemischen Coach
- Weiterbildung zum Lösungsorientierten Coach
- Basisausbildung zum*zur Systemischen Berater*in
- 2-jährige Ausbildung zum*zur Systemischen Berater*in
- Weiterbildung: Achtsame Beratung
- Weiterbildung: Gewaltfreie Kommunikation
Für Sie empfohlen: Basisausbildung zum*zur Systemischen Berater*in
Stimme aus dem SeminarLebendig und abwechslungsreich, aber dabei auch kompakt und anspruchsvoll.
- Mehr als 1.000 Absolvent*innen
- Zertifiziert durch den QRC
- Bester Preis: Günstig im Vergleich
- Praxisnahes Methodenwissen
Als Präsenzseminar oder E-Learning
Psychologische Beratung
Ein weiteres großes Beratungsgebiet ist die psychologische oder psychosoziale Beratung. Anders als die Psychotherapie dient sie nicht der Feststellung, Heilung oder Linderung psychischer Störungen mit Krankheitswert; dies ist Personen mit entsprechender Berechtigung vorbehalten, etwa approbierten Psychotherapeuten*innen oder Ärzten*innen. Die Kosten werden daher nicht von den Krankenkassen übernommen. Häufig wird psychologische Beratung aber von Beratungsstellen und Krisenzentren kostenlos angeboten. Das Psychotherapeutengesetz grenzt sie ausdrücklich ab: Psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben, gehören nicht zur Psychotherapie.
Psychologische Beratung zielt auf die Lösung persönlicher oder sozialer Konflikte in allen denkbaren Lebenslagen. Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität und die Zufriedenheit des*der Klienten*in.
Die Bezeichnung Psychologische*r Berater*in ist gesetzlich nicht geschützt und eine bestimmte Ausbildung ist dafür nicht vorgeschrieben. Entsprechend unterschiedlich sind die Qualifikationen: Manche Berater*innen haben zum Beispiel Psychologie oder Soziale Arbeit studiert und spezifische Weiterbildungen absolviert, andere haben eine Weiterbildung oder einen Fernlehrgang zum*zur Psychologischen Berater*in abgeschlossen. Davon zu unterscheiden ist die Bezeichnung „Psychologe“ bzw. „Psychologin“: Sie setzt ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit Hauptfach Psychologie voraus. Fernlehrgänge bedürfen in Deutschland grundsätzlich der Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU). Da sich die Qualität der Ausbildungen stark unterscheiden kann, sollten Ratsuchende die Qualifikation ihres*ihrer Beraters*in prüfen.
Das Institut für Bildungscoaching bietet die Ausbildung zum*zur Psychologischen Berater*in für Fachkräfte an, die im psychosozialen Bereich, in der Bildung oder im Gesundheitswesen mit Menschen in belastenden Lebenssituationen arbeiten. Sie besteht aus dem Einstiegsmodul Weiterbildung zum Coach für psychische Gesundheit (4 Tage) und drei Aufbaumodulen (insgesamt 9 Tage) und kann als Präsenzseminar oder als E-Learning absolviert werden.
Für Sie empfohlen: Ausbildung zum*zur Psychologischen Berater*in
Stimme aus dem SeminarPsychische Gesundheit im Fokus: Professionalisieren Sie Ihre Beratungspraxis mit unserer neuen Ausbildung.
- Aktuelles Thema
- Neu konzipiert
- Besonderes Expertenwissen
- Methondenreich und praxisnah
Als Präsenzseminar oder E-Learning
Erziehungsberatung
Die Erziehungsberatung ist eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe nach § 28 SGB VIII. Sie unterstützt Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme, bei Erziehungsfragen sowie bei Trennung und Scheidung. Angeboten wird sie von Jugendämtern oder in deren Auftrag von freien Trägern wie Wohlfahrtsverbänden oder Vereinen; für Ratsuchende ist sie in der Regel kostenlos. Die Inanspruchnahme ist grundsätzlich freiwillig. Bei einer Gefährdung des Kindeswohls kann jedoch das Familiengericht Eltern unter anderem verpflichten, Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch zu nehmen (§ 1666 Abs. 3 BGB), zum Beispiel eine Erziehungsberatung oder Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH); als äußerstes Mittel kann es die elterliche Sorge ganz oder teilweise entziehen.
Schuldnerberatung
Bei der Schuldnerberatung stehen die Schuldenproblematik und Möglichkeiten der Entschuldung im Vordergrund. Mehr Informationen finden Sie in unserem Wissensbereich Schuldnerberatung.
Unternehmensberatung
Unternehmensberatung oder Consulting ist eine spezielle Beratungsform, die auf Wirtschaftsunternehmen zugeschnitten ist. Häufig geht es dabei um strategische Planungen oder die Begleitung von Veränderungen im Unternehmen.
Personalberatung
Ebenfalls ein eigenständiger Beratungsbereich ist die Personalberatung: Die selbständigen Berater*innen in diesem Bereich haben sich auf die Personalauswahl spezialisiert und unterstützen Unternehmen dabei, ihre Stellen mit geeigneten Bewerbern*innen zu besetzen.
Das Aufgabenspektrum reicht dabei von der Vermittlung geringer qualifizierter Arbeitskräfte bis zum Headhunting von hochqualifizierten Mitarbeitern*innen für das mittlere oder höhere Management.
Innerhalb von Unternehmen übernimmt die Personalabteilung Aufgaben wie Personalauswahl, Personalbetreuung, Weiterbildung und Qualifizierung sowie die Ermittlung des Personalbedarfs.
Das Institut für Bildungscoaching bietet für den Bereich Personalberatung verschiedene Weiterbildungen an:
- Weiterbildung zum Coach für Personalentwicklung
- Weiterbildung zum*zur Aufstiegs- und Weiterbildungsberater*in Ü25
- Weiterbildung zum Azubi-Coach
- Ausbildung zum*zur Ausbildungsberater*in
Berufsberatung
Bei der Berufsberatung steht die Berufsfindung und Lebensplanung im Vordergrund. Mehr Informationen finden Sie in unserem Wissensbereich Berufsberatung.
Studienberatung
Die Studienberatung richtet sich an Studieninteressierte und Studierende. Seit dem Bologna-Prozess gibt es eine Vielzahl von Bachelor- und Masterstudiengängen; hinzu kommen zahlreiche duale Studiengänge.
Beratungsstellen: Studienberatung wird von der Studienberatung an den verschiedenen Hochschulen angeboten. Auch die Hochschulteams der Arbeitsagenturen bieten Studienberatung an. Das Institut bietet selbst die Weiterbildung zum*zur Studienberater*in an.
Wie werde ich Berater*in?
Der Begriff 'Berater*in' ist, wie oben bereits erwähnt, nicht geschützt. Insofern ist es sehr einfach Berater*in zu werden: Man kann sich einfach so nennen und eine entsprechende Dienstleistung anbieten.
Allerdings muss man als Berater*in über vielfältige Kenntnisse und Kompetenzen verfügen, um die Beratung erfolgreich zu gestalten: Fachkenntnisse im jeweiligen Bereich sowie die Kompetenz, Beratungstechniken einzusetzen, sind unabdingbar.
Wer als Berater*in im Anstellungsverhältnis arbeiten möchte, braucht in der Regel eine Ausbildung im entsprechenden Bereich wie zum Beispiel ein Sozialpädagogik-Studium oder ein BWL-Studium im Bereich Unternehmensberatung. Berufsberater*in bei der Bundesagentur für Arbeit wird man in der Regel über das duale Bachelorstudium „Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung“ an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA). Rechtsdienstleistungen dürfen nur in dem Umfang erbracht werden, in dem das Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) oder andere Gesetze es erlauben; umfassende Rechtsberatung ist Rechtsanwälten*innen vorbehalten.
Neben der Grundausbildung erwirbt man sich dann Kenntnisse in speziellen Fachgebieten bzw. bildet sich in verschiedenen Beratungstechniken fort.
Im Bereich Systemische Beratung bietet das Institut seit 2025 die 2-jährige Ausbildung zum*zur Systemischen Berater*in an. Sie besteht aus einem frei wählbaren Einstiegsmodul (Teil I), der Basisausbildung zum*zur Systemischen Berater*in (Teil II) und 13 Ausbildungsmodulen (Teil III) und umfasst je nach Einstiegsmodul 50 bis 51 Seminartage.

