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Teilnehmer*innen mit dem Azubi-Quartett in der Weiterbildung zum Azubi-Coach

Weiterbildung zum Azubi-Coach

Als Präsenzseminar

Dauer

4 Tage

Kosten
650 €

Als E-Learning

Dauer

4 Tage

Kosten
590 €

Wie der aktuelle Berufsbildungsbericht (aus dem Jahr 2022) zeigt, lag die Abbruchquote von Auszubildenden im Jahr 2020 bei ca. 25 Prozent. Die meisten Auszubildenden sind dabei keine endgültigen Abbrecher: Sie wechseln den Beruf oder den Ausbildungsplatz und setzen die Ausbildung fort. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen der Abbruch endgültig ist. Diese Auszubildenden münden dann als Ungelernte in den ersten Arbeitsmarkt und sind stark von Arbeitslosigkeit bedroht. Auszubildende mit Problemen am Ausbildungsplatz brauchen möglichst frühzeitig Hilfe und Beratung, um den Abbruch zu verhindern.

Auch für die Ausbildungsbetriebe sind vorzeitige Ausbildungsabbrüche nicht positiv. Im ersten Lehrjahr investieren die Betriebe viel Geld in die Auszubildenden. Eine Investition, die sich frühestens im dritten Lehrjahr oder durch eine Übernahme auszahlt. Auch Ausbildungsbetriebe haben deshalb ein grundsätzliches Interesse daran, dass ihre Auszubildenden die Ausbildung regulär beenden.

Wer Auszubildenden und Betrieben in Krisensituationen helfen und Beratung anbieten möchte, sollte das Ausbildungsrecht gut kennen und wissen, welche Rechte und Pflichten für beide Seiten gelten.

Die Weiterbildung zum Azubi-Coach richtet sich an Fachkräfte, die Azubis betreuen und ausbilden und besteht aus mehreren Themenblöcken. Nach einer Einführung in die wichtigsten Gesetze und die Organisation der dualen Ausbildung erfolgt der Einstieg in die häufigsten Problemstellungen: Azubis, die Beratung suchen, klagen häufig über unbezahlte Überstunden und schlechte Ausbildungsqualität. Manchmal ist die Situation so verfahren, dass es zu Kündigungsandrohungen auf beiden Seiten kommt.

Unzufriedenheit bei Azubis entsteht häufig auch, wenn Urlaub nicht gewährt oder die Ausbildungsvergütung unregelmäßig gezahlt wird. Ein angespanntes Betriebsklima oder ein schlechter Umgangston ist ebenfalls ein häufiger Grund für Auszubildende, die Ausbildung abzubrechen.

Auf Seiten der Ausbilder*innen entsteht Unzufriedenheit, wenn die Auszubildenden ihren Pflichten nicht nachkommen und unentschuldigte Fehlzeiten haben. Unter welchen Voraussetzungen kann der*die Ausbilder*in den*die Auszubildenden abmahnen und kündigen?

Am Ende der Ausbildung gilt es zu klären, ob der*die Auszubildende übernommen wird. Der Betrieb muss dem*der Auszubildenden ein wohlwollendes Zeugnis ausstellen.

Die Teilnehmenden an der Weiterbildung zum Azubi-Coach lernen die Situationen einzuschätzen und rechtliche Interventionsmöglichkeiten bei Problemen am Ausbildungsplatz anzuwenden. Dabei steht der Praxisbezug im Vordergrund, die rechtlichen Regelungen werden an praktischen Beispielen verdeutlicht.

Die Weiterbildung kann als Präsenzseminar oder als E-Learning Seminar absolviert werden (siehe Termine).

Termine dieser Weiterbildung

Termine vor Ort

Neue Termine in Planung → Jetzt vormerken

Termine E-Learning

Neue Termine in Planung → Jetzt vormerken

Inhalte

Rechtliche Grundlagen
Berufsbildungsgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz, Arbeitszeitgesetz, Definition Überstunden, Bezahlung von Überstunden, Freizeitausgleich, Geltendmachung und Abbau von Überstunden

Ausbildungsqualität
Ausbildungsrahmenplan, betrieblicher Ausbildungsplan, Anwesenheit von Ausbildern, schriftliche Ausbildungsnachweise (Berichtsheft), ausbildungsfremde Tätigkeiten und Routinearbeiten, Durchsetzung von Rechten bei mangelnder Ausbildungsqualität, Mahnung, Ausbildungsplatzwechsel, Schadensersatz

Abmahnung und Kündigung durch den*die Ausbilder*in
Gerechtfertigte und ungerechtfertigte Abmahnung, Gegendarstellung, Kündigung in der Probezeit, Aufhebungsvertrag, fristlose Kündigung, Widerspruchsverfahren, Schlichtung, Arbeitsgericht, Ausbildungsplatzwechsel

Kündigung durch den*die Auszubildende*n
Kündigung in der Probezeit, Aufhebungsvertrag, fristlose Kündigung und Kündigungsgründe, Kündigung wegen Berufsaufgabe, Ausbildungsplatzwechsel, Geltendmachung von Leistungen, Ausbildungszeugnis
Urlaub
Urlaubsanspruch nach Bundesurlaubsgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz und Tarifverträge, Durchsetzung von Urlaubsansprüchen

Pflichten des*der Auszubildenden
Krankmeldung, Konsequenzen bei fehlender Krankmeldung, Folge- und Arbeitspflicht, Regeln am Ausbildungsplatz, Konsequenzen bei Pflichtverletzungen

Mobbing
Arbeits- und strafrechtliche Folgen von Mobbing

Ausbildungsvergütung
Anspruch des Azubis, Höhe der Vergütung, Geltendmachung bei fehlender oder verspäteter Zahlung der Ausbildungsvergütung

Finanzielle Hilfen
Finanzielle Hilfen für Auszubildende: Kindergeld, Wohngeld, Berufsausbildungsbeihilfe, Ansprüche und Antragstellung

Ausbildungsvertrag
Inhalt des Ausbildungsvertrages, nichtige Inhalte, Zeitpunkt des Abschlusses, Eintragung, mündlicher und schriftlicher Ausbildungsvertrag, Probleme beim Vertragsabschluss

Verkürzung und Verlängerung
Verkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit

Prüfungen
Verschiedene Arten der Abschlussprüfung, Anmeldung und Zulassung zur Prüfung, Beratung bei Nicht-Bestehen der Abschlussprüfung

Ende der Ausbildung
Übernahme am Ende der Ausbildung, Weiterarbeit, Ausbildungszeugnis
 

Ziele

Die Teilnehmenden an der Weiterbildung zum Azubi-Coach lernen die rechtlichen Grundlagen der dualen Ausbildung umfassend kennen. Ziel der Weiterbildung zum Azubi-Coach ist auch die Vermittlung von Wissen über die verschiedenen Verfahrenswege und Konsequenzen bei Verstößen gegen die geltenden rechtlichen Bestimmungen. Auf der Grundlage dieses fundierten Wissens können die Teilnehmenden Auszubildende in Krisensituationen beraten, über Ihre Rechte aufklären und sie bei Interventionen unterstützen bzw. zwischen Azubi und Betrieb vermitteln.
 

Methoden

Die Weiterbildung zum Azubi-Coach hat einen hohen Praxisbezug: Die rechtlichen Inhalte und Materialien werden von den Trainer*innen anhand von Praxisdemonstrationen präsentiert bzw. in Impulsreferaten mit Flipchart oder PowerPoint-Präsentation vorgestellt. In Kleingruppen und Übungen erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich das Wissen anzueignen und auf das eigene Arbeitsfeld zu übertragen. In moderierten Gesprächen können die Teilnehmenden eigene Fälle vorstellen und rechtliche Supervision erhalten. Es wird viel Wert auf praxisnahe Wissensvermittlung und das Bearbeiten von Fallbeispielen gelegt, um möglichst viel Verfahrenswissen zu sammeln. Das Besprechen von Rückfragen sowie Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden wird in moderierten Diskussionen ermöglicht.

Auch in unseren E-Learning Weiterbildungen sind die Trainer*innen durchgehend live und interagieren mit den Teilnehmenden. Inhalte werden wie gewohnt durch Impulsreferate, unterstützt von PowerPoint-Präsentationen und verschiedene Online-Tools, vermittelt. Ebenso möglich sind Live-Demonstrationen, z. B. von Beratungssituationen, Rollenspiele unter den Teilnehmenden und Kleingruppenarbeit in Breakout-Rooms.
 

Zielgruppe

Die Weiterbildung zum Azubi-Coach ist nicht zu verwechseln mit der Ausbildung zum*zur Ausbilder*in, welche die Industrie- und Handelskammer (IHK) und andere zuständige Stellen anbieten. Die Weiterbildung zum Azubi-Coach befasst sich vor allem mit dem Thema Ausbildungsrecht und richtet sich an alle Personen, die mit Auszubildenden in einer dualen Berufsausbildung bzw. in einer überbetrieblichen Ausbildung arbeiten. Unser E-Learning Angebot ist zudem besonders interessant für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder mit Betreuungspflichten, die eine längere Abwesenheit unmöglich machen. Zudem entfallen Reise- und Übernachtungskosten.

Zielgruppen der Weiterbildung zum Azubi-Coach sind zum Beispiel:

  • Ausbilder*innen
  • Lehrer*innen an Berufsschulen
  • Fachkräfte im Rahmen der Assistierten Ausbildung
  • Mitarbeiter*innen der überbetrieblichen Ausbildung
  • Personalverantwortliche
  • Mitarbeiter*innen bei IHK und HWK und anderen zuständigen Stellen
  • Sozialpädagogen*innen in BaE oder abH-Maßnahmen
  • Berufsschulsozialarbeiter*innen
  • Pädagogische Fachkräfte in der Jugendarbeit
  • u.v.m.

Es gibt keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Das Seminar steht allen Interessierten offen.
 

Seminarzeiten

Die Weiterbildung zum Azubicoach findet an vier Tagen statt und umfasst 30 Stunden (inkl. Pausen) bzw. 33 UE (exkl. Pause).

Die Seminarzeiten sind bei den Präsenz- und E-Learning Seminaren gleich:
1. Tag: 09:00-17:00 Uhr bzw. 10:00-18:00 Uhr
2. Tag: 09:00-17:00 Uhr
3. Tag: 09:00-17:00 Uhr
4. Tag: 09:00-15:00 Uhr

Pausenzeiten 
Es wird eine längere Mittagspause (etwa 1,5h) sowie mehrere kleinere Pausen über den Tag verteilt geben. Die Pausenzeiten werden im Seminar individuell zwischen dem*der Dozent*in und den Teilnehmenden abgestimmt.
 

Kosten

Die Weiterbildung zum Azubi-Coach kostet als Präsenzveranstaltung: 650 € .
In den Kosten der Weiterbildung enthalten sind die Seminarunterlagen, das Zertifikat sowie Getränke und Snacks an den Seminartagen.

Die Weiterbildung zum Azubi-Coach kostet als E-Learning Seminar: 590 €.
In den Kosten enthalten sind die Seminarunterlagen und das Zertifikat als PDF.

Teilnehmendenzahl

Die Anzahl der Teilnehmenden in der Weiterbildung zum Azubi-Coach liegt durchschnittlich zwischen 13 und 16. Dabei befinden sich mindestens 6 und maximal 22 Personen in einem Seminar.

Referenten*innen

Der Referent der Weiterbildung zum Azubi-Coach ist Rechtsanwalt und kann die rechtlichen Regelungen mit einer Vielzahl von Beispielen aus der eigenen Praxis veranschaulichen.
 

Zertifikat

Bei Abschluss der Weiterbildung erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat. Im Zertifikat werden alle wichtigen Inhalte der Weiterbildung zum Azubi-Coach genannt. Das Zertifikat wird vom Institut für Bildungscoaching ausgestellt. Bei E-Learning Seminaren wird Ihnen das Zertifikat als PDF-Dokument zur Verfügung gestellt.
 

Bewertung

Weiterbildung zum Azubi-Coach: 15.06.-18.06.2020: Gesamtnote 1,4 (E-Learning)

Stimmen

Besonders gut war das fundierte Fachwissen des Dozenten und der hohe Bezug zur Praxis.

Die Mischung aus Theorie und Praxis war sehr gut und der Dozent ist auf individuelle Fragen eingegangen –Danke!

Ein äußerst empfehlenswertes Seminar, dass breitgefächert tiefenwissen auch aus der rechtlichen Seite vermittelt.

Die offene Art des Referenten und der Spaßfaktor in der Gruppe trotz Gesetzestexten haben mir besonders gut gefallen.

Vielfältiger Input der Seminarteilnehmer, gute Moderation und fachliche Beratung durch den Referenten!

Die Inhalte waren sehr hilfreich. Das ist genau, was mir bei der Arbeit gefehlt hat!

Aufbauangebot

Die Weiterbildung zum Azubi-Coach kann einzeln belegt werden. Aufbauend kann dann die Qualifizierung zum*zur Ausbildungsberater*in absolviert werden. Die Qualifizierung umfasst 3 Module und dauert insgesamt 10 Tage. Die Aufbaumodule können als Präsenzseminare oder als E-Learning Seminare absolviert werden. Auch Mischungen sind möglich.

Eine Übersicht über die Aufbaumöglichkeiten finden Sie hier:

Qualifizierung zum*zur Ausbildungsberater*in

Passende Weiterbildungen

Qualifizierung zum*zur Ausbildungsberater*in

Die Teilnehmenden erwerben methodische und inhaltliche Kompetenzen, um Auszubildende bei arbeitsrechtlichen und persönlichen Konflikten in der Ausbildung zu beraten und ihre Lernprozesse professionell zu unterstützen. Für Lehrkräfte, Ausbilder*innen, Personalverantwortliche und Fachkräfte bei AbH- und BaE-Maßnahmen. Thema:Duale Ausbildung Termine und Details

Hintergrundwissen

Anmeldung

Sie können über unser Anmeldeformular den Anmeldebogen für diese Weiterbildung anfordern. Wählen Sie dazu einen der Termine aus und ergänzen Sie Ihre persönlichen Angaben.

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