Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge

Seminar Stuhlkreis DozentinIm Jahr 2015 waren 71,1 % der Asylerstantragsteller/-innen jünger als 30 Jahre, von Januar bis Juli 2016 waren es 73,7 %. Über die Hälfte aller Geflüchteten ist unter 25 Jahre alt und fällt damit im deutschen Bildungssystem in den Bereich Schule, Ausbildung oder Studium. Für ihre Lebensplanung ist die Berufsorientierung von großer Bedeutung.

Die jungen Flüchtlinge, die in die Regelschulen oder den Ausbildungsmarkt einmünden, sind eine besondere Zielgruppe. In der Regel steht hier zunächst der Deutschunterricht als wichtigstes Kriterium zur Integration in das Bildungssystem im Vordergrund. In den Schulen liegt zudem ein starker Fokus auf dem Erreichen eines allgemeinen Schulabschlusses. Parallel oder zeitgleich stellt sich aber auch geflüchteten jungen Menschen die Frage, wie es nach der Schule weitergehen soll und welche beruflichen Möglichkeiten sie haben. Auch junge Flüchtlinge, die nicht mehr schulpflichtig sind, brauchen Angebote zur vertieften Berufsorientierung.

Im ersten Teil der Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge wird auf die verschiedenen Ausganglagen eingegangen: Je nach Aufenthaltsstatus und Bleibeperspektive gelten für geflüchtete junge Menschen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen und Ansprüche bei Praktika, berufsvorbereitenden Maßnahmen, dualer Ausbildung und Studium.

Im zweiten Teil der Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über bestehende Angebote, Ziele und Inhalte der vertieften Berufsorientierung. 

Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung sind in Deutschland inzwischen ein fester Bestandteil im Berufswahlprozess. Viele Schulen und Träger in der berufsbezogenen Jugendhilfe führen mittlerweile turnusmäßig Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung in den verschiedenen Altersstufen durch. Dabei sind die Lehrkräfte selbst aktiv oder die Maßnahmen werden von Mitarbeiter/-innen externer Maßnahmenträger durchgeführt. Im Rahmen der vertieften Berufsorientierung soll den jungen Flüchtlingen Kenntnisse über Berufe und Ausbildungswege sowie die jeweiligen Anforderungen vermittelt werden. Ein weiteres Ziel der Berufsorientierung ist die Berufswahlkompetenz: Junge geflüchtete Menschen sollen in die Lage versetzt werden, sich anhand bestimmter Kriterien für Berufe zu entscheiden und die Berufs- und Studienwahlentscheidung zur realisieren, beispielsweise durch eine gelungene Bewerbung.

Im dritten Teil der Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge werden methodische und didaktische Grundlagen für Trainer/-innen vermittelt, die wichtig sind, um Maßnahmen zielgerichtet zu planen und erfolgreich durchzuführen.

Im vierten Teil der Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge werden verschiedene Module vorgestellt, die im Rahmen der Berufsorientierung durchgeführt werden können. Ein Fokus liegt hier auf Konzepten, die gut mit geflüchteten jungen Menschen eingesetzt werden können. 

Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung an Hauptschulen und Mittelschulen werden dabei von der Arbeitsagentur gefördert, allerdings nur bestimmte Maßnahmeformen, die auch den Kern der Berufsorientierung abdecken:

Soziokulturelle Berufsorientierung, BerufsorientierungsCamp, Schülerübungsfirma, Schülerpraxiscenter und BewerbungsCamp.

Die bestehenden Module und Maßnahmen werden im Seminar vorgestellt. In Workshops erfolgt eine Anpassung von bestehenden Konzepten auf die neue Zielgruppe. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Maßnahmentypen, die von den Arbeitsagenturen gefördert werden, aber auch andere Module werden vorgestellt.

Inzwischen gibt es neben den allgemeinen Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung auch besondere Angebote für Flüchtlinge. Für Flüchtlinge, die nicht mehr schulpflichtig sind, wurden z.B. mit der "Einstiegsqualifizierung plus" oder verschiedenen Maßnahmen im Rahmen der Initiative "Berufsorientierung für Flüchtlinge BOF" gute Angebote geschaffen.

Im fünften Teil der Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge werden die verschiedenen Module mit Inhalten gefüllt und eigene Konzeptionen für Berufsorientierungsmaßnahmen mit geflüchteten jungen Menschen erarbeitet.

Die Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge richtet sich an Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die Berufsorientierungsmaßnahmen an Schulen oder bei Bildungsträgern durchführen oder durchführen möchten. 

Fragen?

Wir beraten Sie gerne! Fragen zu den Inhalten und dem Ablauf der Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge können Sie online über Kontakt auf dieser Seite stellen.

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Sprechzeiten:

Mo-Fr von 9-12 Uhr und 13-15 Uhr

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Mindmap Zielgruppe

Anmeldung

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