Voraussetzungen von Resilienz und das Risiko-Schutzfaktoren-Modell

Voraussetzungen von Resilienz

Ausgehend von den Forschungen haben sich verschiedene Voraussetzungen für die Entwicklung von Resilienz herauskristallisiert. Zusammengefasst sind günstige Voraussetzungen zur Entwicklung von Resilienz demnach:

  1. eine verlässliche und sichere Bindung zu mindestens einer Bezugsperson, die aufgebaut werden konnte;
  2. ein förderliches Umfeld, in dem Akzeptanz, Respekt und Unterstützung durch andere erlebt wurde;
  3. die Erfahrung, schwierige Situationen durch eigenes Denken und Verhalten (Selbstverantwortung, Lösungsorientierung, Bedeutungszuschreibungen) proaktiv gestalten zu können (Selbstwirksamkeitserfahrungen, Copingstrategien) sowie
  4. eine stabile Persönlichkeitskonstitution (emotionale Belastbarkeit, Intelligenz, Kontaktfähigkeit).

Das Risiko-Schutzfaktoren-Modell der Resilienz

Wie bereits erwähnt, ist das Konzept der Resilienz nicht starr oder eindimensional. Die Ausprägung wird von unterschiedlichen Aspekten beeinflusst. Es setzt sich aus personalen Ressourcen sowie der Interaktion biologischer und psychologischer Merkmale, mit der Umwelt und der Gesellschaft, zusammen. Um dies zu veranschaulichen, wurde das Risiko-Schutzfaktoren-Modell entwickelt – demzufolge ist Resilienz:

  • „dynamisch (d. h. ein Prozess im zeitlichen Verlauf und im Kontext der Mensch-Umwelt-Interaktion), variabel (d. h. unterschiedlich zu verschiedenen Entwicklungszeitpunkten; Schutzfaktoren können zu Risikofaktoren werden und umgekehrt),
  • situationsspezifisch (d. h. manche Schutzfaktoren entfalten ihre Wirkungen nur in Abhängigkeit von der jeweiligen Umwelt und Situation) und
  • multidimensional (d. h. Schutzfaktoren können in verschiedenen Lebensbereichen unterschiedlich ausgeprägt sein, außerdem stehen sie in Wechselwirkung zu anderen Faktoren oder moderieren den Einfluss).“ (Helmreich/Lieb 2015: 53)

Der Begriff Resilienz beschreibt demnach das Ergebnis eines Prozesses, bei dem die Stressoren nicht beseitigt, sondern die Personen befähigt werden, diese erfolgreich zu bewältigen.

 

Literatur:

  • Helmreich, Isabella / Lieb, Klaus (2015): „Schutzmechanismen gegen Burnout und Depression“. In: InFo Neurologie & Psychatrie 17(2), S. 52-62.

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