Stresstheorie

Stress eine Definition

Ist Stress eine Art Modeerscheinung der modernen Zeit? Tatsächlich wurde der Begriff „Stress“ erst durch den Mediziner Hans Selye in den 1940er-Jahren in die Medizin eingeführt – er untersuchte, welchen Einfluss körperliche und seelische Belastungen auf Lebewesen haben können. Interessanterweise kommt auch dieser Begriff – ähnlich wie Resilienz – ursprünglich aus der Materialkunde.

Mittlerweile gilt Stress jedoch als eines der größten Gesundheitsrisiken und wird insbesondere bezogen auf das Gesundheitsmanagement in Unternehmen viel diskutiert. Der Begriff findet sich neben der Arbeitswelt ebenso in vielen anderen Bereichen – überall lauert er, alle haben ihn. Doch was ist Stress und wie zeigt er sich? (vgl. Kaluza 2015: 5)

Gert Kaluza unterscheidet in seinem Ansatz drei Bestandteile (vgl. Kaluza 2015: 7):

  • Stressor: Stressauslöser von außen (belastende Bedingungen, Situationen, Anforderungen)
    • Naturkatastrophe, Unfall, schwieriges Gespräch, Prüfung …
  • Stressverstärker: persönliche Motive, Einstellungen, Haltungen und Erfahrungen, mit denen der belasteten Situation begegnet wird und die wiederum Einfluss auf das Ausmaß der Stressreaktion haben; Bindeglied zwischen Stressor und Stressreaktion
  • Stressreaktion: Antwort des Körpers oder der Psyche auf Stressor
    • körperlich: schneller Herzschlag, Muskelspannung, schnellere Atmung
    • emotional: Unruhe, Nervosität, Ärger, Angst, Hilflosigkeit
    • kognitiv/mental
    • Verhalten

Nicht jeder Stressor löst jedoch immer gleich eine Stressreaktion aus, gleichzeitig kann die Stressreaktion unterschiedlich stark ausfallen. Entscheidenden Einfluss auf beides haben dabei die persönlichen Stressverstärker. Was als Stress wahrgenommen wird, hängt demnach von der jeweiligen individuellen Bewertung der Situation ab.

Ausgangspunkt von Stresskonzepten ist, dass wir zahlreichen Anforderungen in unserer Umwelt begegnen und in der Regel davon ausgehen, dass wir diese auch bewältigen können. Doch diese Anforderungen können zu Stressoren werden, wenn wir uns über die Bewältigung unsicher werden:

"Stress entsteht also immer erst dann, wenn eine Diskrepanz zwischen der Anforderung einerseits und unseren eigenen Bewältigungskompetenzen andererseits besteht. Das Stresserleben ist umso intensiver, je höher die Anforderungen im Verhältnis zur eigenen Leistungsfähigkeit eingeschätzt werden." (Kaluza 2015: 9)

Auswirkungen von Stress

Stress ist per se nicht schädlich. Im Gegenteil, er gehört zum Leben dazu und ist tatsächlich wichtig, damit wir aktiv und leistungsfähig sind (Eustress). Über einen kurzen Zeitraum wird unser Körper für die anstehenden Herausforderungen energetisiert (akute Stressreaktion). Entscheidend ist, dass auf die Phase der Anspannung eine Phase der Entspannung folgt, ähnlich wie bei der Muskelkontraktion. Wird aus dem Eustress hingegen negativer Stress, auch Distress genannt, kann er die Gesundheit gefährden. Das Gleichgewicht kippt, wenn Stress zum Dauerzustand wird. Bei chronischer Anspannung ist der Körper nicht mehr in der Lage, in die Entspannung zu gelangen. Gesundheitliche Folgen können sein:

  • Konzentrationsschwierigkeiten,
  • dauerhaft hoher Blutdruck,
  • Muskelverspannungen,
  • geschwächtes Immunsystem,
  • Burn-out,

Personen mit erhöhter psychischer Widerstandskraft befinden sich auch in Stresssituationen, sind aber eher in der Lage, proaktiv wieder herauszufinden. Sie nehmen den Stress früher wahr und steuern schneller dagegen. Bewiesen ist, dass Resilienz...

  • die Durchblutung verbessert,
  • das Immunsystem stärkt,
  • freies und kreatives Denken fördert,
  • die Sinnesorgane befreit sowie
  • für eine ausgeglichene Stimmung sorgt.

Daraus folgt: Fördern wir unsere innere Stärke, fördern wir auch unsere Gesundheit und beugen einem Burn-out vor (vgl. Kalbheim 2017: 56-57).

 

Literatur:

  • Kaluza, Gert (2015): Gelassen und sicher im Stress. Das Stresskompetenz-Buch: Stress erkennen, verstehen, bewältigen. Berlin / Heidelberg: Springer-Verlag.
  • Kalbheim, Eva (2017): Resilienz für Dummies. Weinheim: Wiley.

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