10 Jahre UN-Behinderten-rechtskonvention

2006 verabschiedeten die Vereinten Nationen in ihrer Generalversammlung die Behindertenrechtskonvention (CRPD), 2009 trat das Übereinkommen schließlich in Deutschland in Kraft. Doch haben sich die Exklusion und Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen in den vergangenen 10 Jahren auch tatsächlich vermindert oder ist es vielmehr bei einem bloßen Bekenntnis auf dem Papier geblieben? Die Süddeutsche Zeitung zieht nun in einem Artikel Bilanz.

Aktion Mensch: Wie sieht dein Traumspielplatz aus?

Yuna (9) und Suri (9) sind ziemlich unzertrennlich. Zusammen zu spielen, ist für die beiden das Allergrößte. Häufig tun sie dies aber nicht auf dem Spielplatz, denn Suri sitzt im Rollstuhl und weniger als 10% der Spielplätze in Deutschland sind barrierefrei. Aktion Mensch will dies zukünftig ändern. Aber wie genau sollen die neuen Spielplätze denn nun aussehen? Diese Frage hat Aktion Mensch direkt an Kinder gerichtet und in einem Video festgehalten.

App mathildr hilft beim Rechnen und Zählen

Rote Kirschen statt Rechenschieber – das ist die Grundidee der App mathildr von Torben Rieckmann, die Lernbeeinträchtigte beim Zählen und Rechnen mithilfe von Mengenbildern unterstützen soll. Ihr Vorteil: Die App ist barrierefrei und wurde gemeinsam mit Menschen mit Trisomie 21 entwickelt. Wie die App entstanden ist und wie sie genutzt werden kann, berichtet der wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni Hamburg im ZEIT-Interview.

Wie Sehbehinderte zur Bird Box Challenge stehen

Im Dezember 2018 veröffentlichte Netflix den Film „Bird Box – Schließe deine Augen“ auf seiner Streaming-Plattform, in dem eine unbekannte Macht jeden in den Tod treibt, der sie erblickt. Eine Mutter (gespielt von Sandra Bullock) verbindet daher sich und ihren beiden Kindern die Augen, sodass sie sich fortan blind durch die Welt schlagen müssen. Daraus entstanden die sogenannten „Bird Box Challenges“, in denen Menschen sich – plötzlich blind – teils recht gefährlichen Aufgaben stellen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) greift diesen Trend nun ironisch auf und zeigt hier, welchen Herausforderungen sich Blinde und Sehbehinderte tatsächlich im Alltag stellen müssen.

Wie künstliche Intelligenz vorurteilsfrei Lernstörungen einteilt

In einem britischen Forschungsprojekt wurden Daten von Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten computergestützt analysiert und mit der diagnostizierten Lernstörung verglichen. Die verblüffenden Erkenntnisse und was sie für die Förderung im Unterricht bedeuten, werden im Podcast und dem dazugehörigen Artikel von Deutschlandfunk Kultur dargestellt.

„Erstaunliche Dinge geschehen“

Im Zuge der UN-Behindertenrechtskonvention spielt Inklusion eine immer wichtigere Rolle in deutschen Klassenräumen. Auch wenn Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zunehmend gemeinsam mit anderen Kindern lernen können, wissen Lehrer*innen, Eltern und Schüler*innen mitunter noch recht wenig über Störungen, wie z.B. Autismus. Die Seite amazingthingshappen.tv möchte das nun ändern und klärt in einem sehr anschaulichen Video auf, was Autismus eigentlich bedeutet.

Unterrichtsmaterial von Lehrkräften für Lehrkräfte

Wer selbst als Lehrperson tätig ist, weiß, wie aufwändig Unterrichtsplanung sein kann und ist häufig dankbar für bereits erstellte, hochwertige Materialien. Die Seite ZUM-Unterrichten stellt Lehrkräften nun genau solche bereit – und zwar von anderen Lehrer*innen – und lädt zum Mitmachen ein.

Projekt forscht zu inklusivem Sicherheitskonzept

Muss ein Gebäude evakuiert werden, gibt es in der Regel einen ausführlichen Notfallplan. Doch häufig werden in diesem Plan Menschen mit Beeinträchtigungen – seien sie körperlich, geistig oder altersbedingt – nicht genügend berücksichtigt. Im Projekt SiME „Sicherheit für Menschen, mit körperlichen, geistigen oder altersbedingten Einschränkungen“ erarbeiten Wissenschaftler*innen, Experten*innen und Menschen mit Beeinträchtigungen gemeinsam, wie ein inklusives Sicherheitskonzept aussehen muss. Weitere Infos zum Projekt erfahren Sie hier.

Fotostrecke „Meeting Sofie“: Inklusion heißt auch Sichtbarmachen

Inklusion bedeutet unter anderem, dass Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen an der Gesellschaft teilhaben. Doch nach wie vor treten Menschen mit Behinderung weniger in Erscheinung. Die Fotografin Snezhana von Büdingen begleitete über ein Jahr lang Sofie aus einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt – 19 Jahre alt mit Downsyndrom. Der Spiegel stellt die Fotografin, Sofie und die Fotostrecke in einem Artikel vor.

Dual & inklusiv: Jugendliche ermutigen, ihren Weg zu gehen

Das ESF-geförderte Projekt „dual & inklusiv“ in Hamburg hat seit 2014 bereits 300 Jugendliche beim Übergang Schule-Beruf unterstützt. Die Berufsorientierung, die Ausbildungsvorbereitung und die duale Ausbildung werden dabei inklusiv für Schüler*innen mit und ohne Beeinträchtigung gestaltet, sodass die Jugendlichen ermutigt werden, ihren eigenen Weg zu gehen, ohne irgendwelche Einschränkungen vorweg. Ein Video auf der Überaus-Plattform gibt einen Überblick über das Projekt und dessen Erfolge.

Legasthenie aus der Perspektive einer Legasthenikerin

Was bedeutet es, Legasthenikerin zu sein, Buchstaben als Feinde zu sehen und dennoch Spaß am Geschichtenerzählen zu haben? Für Zeit Wissen-Redakteurin Katrin Zeug ist dies Alltag, daher beschreibt sie in ihrem spannenden Artikel, wie sie gelernt hat, mit ihrer Legasthenie umzugehen, und wie wichtig dabei die richtige Unterstützung ist.

Themenseite: Wie sehen Lernorte der Zukunft aus?

Die Institution Schule steht derzeit vor vielen Herausforderungen: Inklusion, Integration, Digitalisierung. Diese wirken sich auch auf die räumliche Gestaltung von Schulgebäuden aus. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine Themenseite für „Lernorte für die Zukunft“ erstellt, auf denen auf die erforderlichen Veränderungen eingegangen wird und Good-Practice-Beispiele vorgestellt werden. Hier geht es zur bpb-Themenseite.

Infos und Unterstützung helfen beim beeinträchtigt Studieren

Die Studie „beeinträchtigt studieren – best2“ des Deutschen Studentenwerks (DSW) verdeutlicht, dass Studierende mit gesundheitlichen Einschränkungen nach wie vor viele Hürden im Uni-Alltag zu bewältigen haben. Was sich hierauf besonders positiv auswirkt, sind Informationsangebote und Unterstützung bereits in der Studieneingangsphase. Die Ergebnisse der Studie werden hier ausführlich dargestellt.

Berufsbildung und Inklusion was muss sich noch tun?

In den vergangenen Jahren wurde und wird die Inklusion in Kindergärten und Schulen viel diskutiert. Doch wie sieht es bei der inklusiven beruflichen Bildung aus? Leander Palleit vom Deutschen Institut für Menschenrecht berichtet im Interview, welche Instrumente bereits existieren und wo er noch Nachholbedarf sieht. Das Interview kann man hier unentgeltlich ansehen.

Befragung: Lernplattform jetzt mitgestalten

Das DIPF und die LMU München entwickeln zurzeit eine kostenlose Lernplattform, um bei der Lernbegleitung von Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten zu unterstützen. Damit das Unterstützungsangebot auch möglichst passgenau ist, gibt es nun eine Online-Befragung besonders für Eltern und Erziehungsberechtigte von Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten. Hier geht es zur Befragung.

SWR-Diskussion: Woran ist G8 gescheitert?

In den vergangenen Jahren trieb die Frage, ob das Gymnasium acht oder neun Jahre umfassen soll, viele im Schulbetrieb um. Bundesländer, die G8 neu eingeführt hatten, kehren allmählich zum alten System des G9 zurück, wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen. In Sachsen und Sachsen-Anhalt hat G8 jedoch von jeher Bestand. Woran ist die Einführung des G8 in den einen Bundesländern gescheitert, obwohl es in den anderen funktioniert? Dieser Frage geht der Südwestrundfunk zusammen mit drei Experten aus der Praxis und der Wissenschaft in einem 45-minütigen Audiobeitrag nach.

Beeinträchtigt Legasthenie die Karriere?

Ganz im Gegenteil: Personen, die trotz diagnostizierter Legasthenie Erfolg haben, gibt es viele. Bill Gates, Ferdinand Piech, Bodo Ramelow, Isabel Varell – die Liste könnte man beliebig weiterführen. Wichtig ist Durchhaltewillen, sich vom Stigma, dumm zu sein, nicht aus der Bahn werfen zu lassen und vor allem Lehrer*innen und Arbeitgeber*innen, die sich mit Legasthenie auskennen. Wie man mit Legasthenie erfolgreich ins Berufsleben starten kann, zeigt ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Testlauf erfolgreich: Schüler*innen bewerten Lehrer*innen

Kann Schüler-Feedback konstruktiv sein? Durchaus – das ergab zumindest das vom bayrischen Kultusministerium initiierte Projekt „Schüler-Feedback in der 2. Phase der Lehrerausbildung“. Dabei bewerteten Schüler*innen in Bayern den Unterricht von Referendaren*innen und Lehramtsanwärtern*innen anhand von Wissenschaftlern*innen vorgegebenen Fragen. Die Auswertung erfolgte später zwischen Referendar*in und betreuender Lehrkraft sowie der jeweiligen Klasse. Mehr über den Testlauf lesen Sie im Tagesspiegel-Artikel.

Sommer, Sonne, Deutsch lernen

Zum 12. Mal setzt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft das Projekt „DeutschSommer“ mit zahlreichen Drittklässlern*innen in Hessen um. In drei Wochen lernen die Schüler*innen, die erst seit Kurzem in Deutschland sind, intensiv Deutsch und üben gleichzeitig ein Theaterstück ein, das sie am Ende auch gemeinsam aufführen. Mehr zum Projekt erfahren Sie hier.

Welchen Effekt haben digitale Medien auf das individuelle Lernen?

Die kürzlich veröffentlichte Studie „Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien“ eines internationalen Forscher*innenteams beleuchtet 30 digitale Lernwerkzeuge weltweit und die Frage, ob digitale Medien beim passgenauen Lernen wirklich unterstützen. Ein Ergebnis war, dass es durchaus erfolgreiche Werkzeuge in den einzelnen Ländern gibt, eine Übertragung auf Deutschland jedoch mit Vorsicht zu genießen ist. Die größten Hürden hierbei sind die wenig ausgebaute technische Infrastruktur an deutschen Schulen und keine einheitliche bildungspolitische Strategie für den Technikeinsatz. Die Ergebnisse der Studie werden hier zusammengefasst.