Pilotprojekt: Gebärdensprache als Zweitsprache

An der Gemeinschaftsschule am Roten Berg in Erfurt startete im vergangenen September ein Pilotprojekt: eine bilinguale Grundschulklasse, in der hörende, gehörlose, schwerhörige und fremdsprachige Kinder mit Migrationshintergrund gemeinsam lernen. Zweitsprache ist hier die Gebärdensprache. Welche Erfolge bereits zu sehen sind, aber auch welche Hürden noch zu überwinden sind, kann hier nachgelesen werden.

Offene Lernmaterialien im Handwerk

Offene Lernmaterialien finden im Bildungsbereich immer mehr Verwendung, doch in der beruflichen Bildung stecken diese noch in den Kinderschuhen. Dabei wären sie vor allem im Handwerk sinnvoll, um sie auf die individuellen Gegebenheiten der Betriebe und den Lehr-Lern-Prozess zu modifizieren. Susanne Grimm vom Bundesinstitut für Berufsbildung gibt Tipps, wie offene Bildungsmaterialien effektiv in der Ausbildung eingesetzt werden können. Den Artikel stellt das Handwerk-Magazin hier kostenfrei zur Verfügung.

 

Wer beim Quiz daneben liegt, lernt mehr dazu

Sich bei einer Quizfrage zu irren, kann auch Gutes bewirken: Einer Studie des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und der University of California Berkeley zufolge lässt sich Wissen besser einprägen, wenn es nicht vorher den Vermutungen entspricht. Wer zum Beispiel fälschlicherweise vermutet, dass Frankreich flächenmäßig kleiner ist als Deutschland, merkt sich die korrekte Antwort leichter. Ausführliche Infos zur Studie gibt das DIPF in einer Pressemitteilung.

Good Practice: digitale Medien im Berufsschulunterricht des Handels

Die fortwährende Digitalisierung hat auch Einfluss auf die Gestaltung von Lernprozessen. Ein gutes Beispiel für die Verknüpfung von interaktivem Lernen und digitalen Medien ist die Medienreihe „Ökonomische Bildung im Handel“. Sie erzählt über die Methode des Storytelling die Geschichte der Azubi-WG von Sophia, Johannes, Ben und Ayse und vermittelt gleichzeitig in 17 Lerneinheiten Inhalte der Ausbildungen zum*zur Verkäufer*in, zum*zur Kaufmann*frau im Einzelhandel sowie zum*zur Handelsfachwirt*in. Die Medienreihe besteht aus Videos, digitalen und analogen Aufgaben, einem Glossar, einem Quiz, einem Begleitheft sowie einem Kompetenzerfassungstool. Ein ausführlichen Überblick sowie den kostenlosen Zugang zu der Medienreihe gibt es hier.

 

Endlich dazugehören: deutscher Inklusionsschüler auf kanadischer Schule glücklich

Seit 2009 können junge Menschen mit Behinderungen auf allgemeine Schulen gehen – für den elfjährigen Finnan aus München brachte dies jedoch nicht das Gefühl, dazuzugehören, sondern eine Belastung zu sein. Was nach wie vor fehlt, sind die entsprechenden Rahmenbedingungen an den Schulen, wie Barrierefreiheit und sonderpädagogische Unterstützung. Nun ist er mit seiner Mutter nach Kanada ausgewandert – das Land, das Deutschland im Bereich inklusive Schulen 30 Jahre voraus ist. Finnans interessante Geschichte und was wir von Kanada lernen können, ist im Spiegel-Artikel zu lesen.

„Spaghetti für Zwei“ ein Film über Vorurteile und Toleranz

Der Film „Spaghetti für Zwei“ wurde mit Laiendarstellern an der Beruflichen Oberschule in Wasserburg am Inn gedreht. Die Geschichte erzählt sehr eindrücklich, wir unsere Wirklichkeitskonstruktionen und falsche Annahmen die Realität prägen – mit überraschendem Ausgang. Er kann sehr gut im Unterricht als Einstieg zu den Themen Integration und Inklusion eingesetzt werden. Hier geht es zum kostenlosen Film auf Vimeo.

Zum ersten Mal geht der deutsche Schulpreis an eine berufsbildende Schule

Die Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) in Hameln ist mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden, der mit 100.000 Euro dotiert ist. An der Schule in Niedersachsen werden 2000 Schüler/-innen aus über 34 Nationen unterrichtet. Die Schule bietet ein enges und passgenaues Betreuungskonzept an, die Schüler/-innen können sich jederzeit an Bezugspersonen wenden. Vielleicht liegt ein Geheimnis des Erfolges auch in der Grundeinstellung des Leitungs- und Lehrerteams, welches die Schulleiterin Gisela Grimme so beschreibt: "Unsere größte Herausforderung sind die uns anvertrauten Jugendlichen. So wie sie sind, und nicht so, wie wir sie uns wünschen." Hier geht es zum spannenden Artikel über diese besondere Schule.

Selbstwirksamkeitstest für Lehrer/-innen

Unter dem weniger bekannten Begriff „Selbstwirksamkeit“ versteht die kognitive Psychologie die Überzeugung eines Menschen, auch problematische Situationen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Lehrkräften mit hoher Selbstwirksamkeit unterrichten erfolgreicher und haben hohe pädagogische Ziele.

Der von Ralf Schwarzer & Gerdamarie S. Schmitz entwickelte Selbstwirksamkeitstest für Lehrkräfte umfasst 10 Fragen und bietet eine gute Möglichkeit für Lehrkräfte, sich selbst zu reflektieren.

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Von der Angst, nicht dazuzugehören

Sozialpsychologen sprechen von Belonging Uncertainty oder Zugehörigkeitsunsicherheit und verstehen darunter den Zweifel, ob man wirklich dazu gehört, ob man hier richtig ist. Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn wir neu sind, aber ethische Minderheiten sind besonders stark und grundsätzlicher davon betroffen. Die Zugehörigkeitsunsicherheit kann in Schulen, Universitäten oder auch am Arbeitsplatz in einen Teufelskreis münden, weil sie den Aufbau von Beziehungen erschwert und die Neigung fördert, Startschwierigkeiten oder Misserfolge, die normal sind, auf sich selbst zu beziehen. Forscher haben in der Zeitschrift Science ein spannendes Experiment vorgestellt:

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Eine schöne Geschichte zum Thema Inklusion

Eine Mutter erzählt: „Heute morgen haben Jax und ich über seine wilden Haare gesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass er dieses Wochenende einen Haarschnitt braucht. Er sagte, er wolle seinen Kopf sehr kurz rasieren, damit er wie sein Freund Reddy aussehen würde. Er sagte, er könne kaum erwarten, am Montag in die Schule zu gehen, mit seinem Haar wie Reddy, so dass sein Lehrer sie nicht mehr unterscheiden könne. Er dachte, es wäre so lustig, seinen Lehrer mit dem gleichen Haarschnitt zu verwirren. Hier ist ein Foto von Jax und Reddy von Weihnachten. Ich bin mir sicher, dass sie alle die Ähnlichkeit sehen. Wenn das nicht der Beweis ist, dass Hass und Vorurteil etwas ist, was gelehrt wird! Der einzige Unterschied, der Jax in den beiden sieht, ist ihr Haar.“ Quelle

Meinung: Utopie trifft auf schlechte Ausstattung und überforderte Lehrkräfte

Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, dass Lehrkräfte mit der Umsetzung des inklusiven Bildungssystems massiv überfordert sind. Ein Drittel der Lehrkräfte nennt die Umsetzung von Inklusion als größtes Problem an ihrer Schule. Unter optimalen Bedingungen profitieren alle von Inklusion, wie Studien zeigen: Schüler/-innen mit besonderem Förderbedarf lernen in inklusiven Klassen besser und die sozialen Kompetenzen von allen Schüler/-innen werden gefördert. Problematisch wird es, wenn es an Arbeitskräften, Fortbildungen, Ausstattung und Material fehlt. Die Bertelsmann-Stiftung hat errechnet,

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Ländervergleich: Umfassende Informationen zum Stand der Inklusion in den einzelnen Bundesländern

Inklusion wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich umgesetzt und ist unterschiedlich weit fortgeschritten. Die Friedrich-Ebert-Stiftung gibt seit 2015 Länderhefte heraus, die den Stand der Inklusionsprozesse in den einzelnen Bundesländern beleuchten und eine Vergleichbarkeit herstellen. Parallel zur Veröffentlichung der thematischen Länderhefte finden in den Bundesländern Konferenzen zum Thema Inklusion statt. Hier können die Länderhefte kostenlos heruntergeladen werden. 

Internetportal „ich-will-deutsch-lernen“ für Lernende und Lehrende

Auf dem Internetportal „ich-will-deutsch-lernen“ des Deutschen Volkshochschul-Verbandes werden verschiedene Materialien für den Spracherwerb für selbstständig Lernende und Lehrkräfte zur Verfügung gestellt. Zur Auswahl stehen Unterlagen für den Deutschkurs auf den Niveaustufen A1-B1, für die Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch und für die Arbeits- und Berufssprache Deutsch. Das Portal ist in 16 Sprachen übersetzt und wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als erstes digitales kurstragendes Lehrwerk für Integrationskurse zugelassen. Mehr Informationen und Registrierung.

Ruhige Bewegungsspiele für den inklusiven Unterricht in der Grundschule

Kostenloser Download von Bewegungsspielen für das Klassenzimmer

Inklusion sexueller und geschlechtlicher Vielfalt

Nicht-heterosexuelle oder sich nicht geschlechtskonform verhaltende Kinder und Jugendliche haben ein erhöhtes Risiko, Opfer von Mobbing zu werden und Depressionen und Suizidgedanken zu entwickeln. Pädagogische Fachkräfte haben auch für diese Jugendlichen eine besondere Verantwortung. Eine Berliner Studie zeigt, dass Diskriminierungen an der Tagesordnung sind:

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Das Portal Inklusionfakten.de bietet gut aufbereitete Fakten zum Thema Inklusion

Diskussionen zum Thema Inklusion werden häufig sehr emotional geführt, nicht immer werden Vorurteile von Fakten getrennt. Die Seite Inklusionsfakten.de bietet gut aufbereitete und wissenschaftlich belegte Argumente für die Inklusionsdebatte.

Junge Menschen mit Behinderung: Reha-Verfahren helfen beim Berufseinstieg

Derzeit werden rund 120.000 junge Menschen mit Behinderung von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen von Reha-Verfahren zur beruflichen Ersteingliederung gefördert. Ziel der Maßnahmen ist es, den Teilnehmenden einen Einstieg in eine Ausbildung oder in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die Programme haben oft Erfolg: Knapp 50 Prozent der jungen Menschen beginnen im Rahmen des Reha-Verfahrens eine Berufsausbildung. Von diesen finden wiederum 50% im Anschluss eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Dies geht aus einer am Donnerstag vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichten Studiehervor. 

Studie: Deutsche fordern bessere Inklusion chronisch Kranker

Körperliche und geistige Einschränkungen können die Teilhabe am Berufs- und Alltagsleben erschweren oder unmöglich machen. Laut einer Umfrage durch Forsa sieht die Mehrheit der Deutschen hier noch viel oder sehr viel Handlungsbedarf: Für 86% der Befragten reichen die Maßnahmen bisher nicht aus. Für die Studie "Inklusion in Beruf und Alltag" wurden in einer für die deutsche Bevölkerung repräsentativen Umfrage 1.000 Bundesbürger/-innen ab 18 Jahren telefonisch befragt. Die Daten sind im zweiten Halbjahr 2015 durch Forsa im Auftrag der Coloplast GmbH erhoben worden.

Die Studie mit detaillierten Ergebnissen ist hier online abrufbar

Studie: Jedes dritte Kind mit Förderbedarf besucht inzwischen die Regelschule

Der Inklusionsanteil an deutschen Schulen hat im Schuljahr 2013/14 den höchsten Wert seit dem Inkrafttreten der UN-Konvention erreicht. Fast 1/3 der Kinder mit Förderbedarf besuchen inzwischen eine Regelschule - ein enormer Anstieg um 71 Prozent gegenüber dem Schuljahr 2008/09. Gleichzeitig geht der Schüler/-innenanteil an Förderschulen kaum zurück und die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm. In der Sekundarstufe bleibt Inklusion leider weiterhin eine Ausnahme. Hier geht es zur Studie der Bertelsmann-Stiftung.