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vier Kinder sitzen im Schneidersitz und meditieren

Kindliche Resilienz fördern: Kreative Coaching-Methoden im Fokus

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist ein kostbares Gut, das es zu schützen und zu stärken gilt. Doch in unserer schnelllebigen, oft stressigen Welt ist dies leichter gesagt als getan. Viele junge Menschen kämpfen mit Ängsten, Unsicherheiten oder Verhaltensauffälligkeiten. Um sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen, braucht es kreative Ansätze, die Kinder dort abholen, wo sie stehen. Drei innovative Coaching-Methoden haben sich hier als besonders wirksam erwiesen.

Die Zauberkraft der Wunderfrage: Wie Zukunftsvisionen Mut machen

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Zauberstab, mit dem Sie alle Probleme eines Kindes von heute auf morgen lösen könnten. Wie würde der Tag des Kindes dann ablaufen? Was wäre anders als jetzt? Genau diese Vorstellung ruft die "Wunderfrage" hervor, eine Technik aus der lösungsorientierten Kurzzeittherapie.

Das Besondere daran: Das Kind darf seine Phantasie spielen lassen und eine Zukunft entwerfen, in der alles möglich ist. Dieser Perspektivwechsel weg von den aktuellen Problemen hin zu einer lebenswerten Vision wirkt oft wie ein Motivationsschub. Gemeinsam mit dem Coach überlegt das Kind dann, was es selbst dazu beitragen kann, dieser Vision Schritt für Schritt näherzukommen. 

So lernt es, dass Veränderung möglich ist und dass es die Fähigkeiten besitzt, sein Leben positiv zu gestalten. Das stärkt das Selbstvertrauen und die Eigenverantwortung - zwei zentrale Säulen der psychischen Gesundheit.

Externalisieren - das Problem beim Namen nennen und in die Schranken weisen

"Mein Name ist Tom, und ich bin schüchtern." Solche Sätze hören Coaches oft von Kindern, die mit Selbstzweifeln oder sozialen Ängsten zu kämpfen haben. Doch stimmt das wirklich? Ist Tom gleich Schüchternheit? Oder hat er vielleicht nur eine übermäßige Schüchternheit, die ihn manchmal bremst? 

Genau hier setzt die Methode der Externalisierung an, die aus der narrativen Therapie stammt. Die Grundidee: Das Problem wird von der Identität des Kindes abgekoppelt und als eigenständiges "Wesen" betrachtet. Tom und sein Coach erfinden zum Beispiel das "Schüchternheits-Schattenwesen", das immer dann auftaucht, wenn Tom etwas Neues ausprobieren oder jemanden ansprechen möchte.

Durch diese spielerische Personifizierung entsteht Abstand. Tom erkennt: "Ich bin okay, so wie ich bin. Nur dieses Wesen stellt sich mir manchmal in den Weg." Nun kann er lernen, dem Schattenwesen die Stirn zu bieten: Wann ist es besonders stark, wann eher schwach? Was hat Tom schon ausprobiert, um mutiger zu sein? Welche Verbündeten - innere Stärken oder äußere Unterstützer - helfen ihm, das Wesen zu zähmen?

Auf diese Weise entwickeln Kinder mehr Selbstmitgefühl und Handlungsspielraum. Sie begreifen, dass sie ihren Problemen nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern aktiv Einfluss nehmen können. Das ist ein wichtiger Schritt zu mehr Resilienz und psychischer Stabilität.

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Achtsamkeit üben - der Anker für kleine Seelensucher*innen

In einer Welt voller Reizüberflutung und ständiger Ablenkung ist es manchmal schwer, im gegenwärtigen Moment anzukommen. Auch Kinder erleben oft innere Unruhe, kreisende Gedanken oder diffuse Ängste. Hier kann die Praxis der Achtsamkeit eine wertvolle Hilfe sein.

Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit bewusst auf das Hier und Jetzt zu lenken, ohne zu werten. Das klingt einfach, ist aber alles andere als leicht - gerade für quirlige, schnell ablenkbare Kinder. Deshalb ist es wichtig, Achtsamkeit spielerisch und altersgerecht zu vermitteln.

Eine schöne Übung ist zum Beispiel die "Atmende Kugel": Das Kind liegt entspannt auf einer Matte und stellt sich vor, sein Bauch sei ein Luftballon. Mit jedem Atemzug wird der Ballon größer und kleiner. Dabei darf das Kind genau hinspüren, wie sich das Ein- und Ausatmen anfühlt, welche Körperregionen sich bewegen und wie sich der Atem irgendwann ganz von selbst vertieft.

Solche achtsamen Momente helfen Kindern, zu sich selbst zu finden. Stress und Anspannung lösen sich, die Gedanken kommen zur Ruhe. Das schafft Raum, um Gefühle bewusster wahrzunehmen und einzuordnen - eine Grundvoraussetzung für einen gesunden Umgang mit Emotionen.

Auch Sinnesübungen eignen sich prima, um Kinder in einen Zustand wacher Präsenz zu führen. Eine Variante ist "Ich sehe was, was du nicht siehst": Das Kind soll fünf Dinge in seiner Umgebung entdecken, die eine bestimmte Farbe haben, vier Dinge, die sich weich anfühlen, drei Dinge, die ein Geräusch machen usw. So lernt es, seine Umwelt ganz bewusst zu erkunden und ganz im Augenblick zu sein.

Mit der Zeit werden Kinder so zu kundigen "Achtsamkeits-Detektiven". Sie können die Übungen selbstständig anwenden, wenn sie merken, dass innere Stürme aufziehen. Das gibt ihnen ein Werkzeug an die Hand, um auch in schwierigen Situationen ruhig und handlungsfähig zu bleiben - eine Kernkompetenz psychischer Gesundheit.

Resilienz stärken mit Wertschätzung, Ressourcenorientierung und Leichtigkeit

Ob Wunderfrage, Externalisierung oder Achtsamkeit - bei allen Methoden ist die innere Haltung des Coaches entscheidend. Er*Sie begegnet dem Kind mit Wertschätzung und Vertrauen in seine Stärken. Dahinter steht die Überzeugung, dass jeder junge Mensch die Ressourcen in sich trägt, die er*sie braucht, um Herausforderungen zu meistern und Krisen zu bewältigen.
Aufgabe des Coaches ist es, diese Ressourcen gemeinsam mit dem Kind zu entdecken und zu aktivieren. Dabei geht er*sie ermutigend und zugleich leicht und spielerisch vor. Denn Kinder lernen am besten, wenn sie Spaß haben und ihre Kreativität einbringen können.

Wer so an die Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern herangeht, begibt sich auf eine spannende Entdeckungsreise. Er wird staunen, welche Schätze in der Innenwelt junger Menschen verborgen liegen - und wie diese zum Strahlen kommen, wenn man ihnen mit den richtigen Methoden auf die Sprünge hilft.
 

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Qualifizierung zum*zur Systemischen Kinder- und Jugendberater*in

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