Flucht und Migration im medialen Wandel

Das Bild von Flucht und Migration in den Medien hat sich seit der zunehmenden Integration in Deutschland deutlich geändert. Beherrschte zu Beginn noch ein neutraler bzw. positiver Blick die Berichterstattung, verschob sich der Fokus immer mehr auf die negativen Auswirkungen. Das belegt eine Studie der Uni Mainz. Prof. Dr. Marcus Maurer, einer der Autoren, erklärt im Interviewdie Hintergründe dazu.

Innovationspotenzial wird unterschätzt

Gründer*innen haben es nicht leicht am Wirtschaftsstandort Deutschland. Dabei sind sie enorm wichtig, diesen lebendig zu halten und voranzubringen. Besonders unterschätzt wird dabei das Potenzial von Gründer*innen mit Migrationserfahrung. Das verdeutlicht eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Wo die Hindernisse lauern und wie die Situation in anderen Ländern aussieht, fasst dieser Artikel zusammen.

Einbürgerungen sollen beschleunigt werden

Im Bundestagswahljahr 2021 ist es nicht nur interessant, wer gewählt werden kann, sondern auch wer wählt bzw. wer überhaupt wählen darf. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) rückt in seinem Jahresgutachten „Normalfall Diversität?“ hierbei zugewanderte Bürger*innen in den Fokus. Denn 8,7 Millionen Personen in Deutschland sind zwar im Wahlalter, dürfen aber aufgrund der fehlenden deutschen Staatsbürgerschaft nicht wählen. Der SVR schlägt daher nun vor, die Einbürgerung der Zugewanderten zu beschleunigen, um ihnen eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, so auch am politischen Leben zu ermöglichen. Mehr zum Gutachten des SVR und den aktuellen Regelungen erläutert die Süddeutsche Zeitung.

Broschüre zu Abschiebungen aus Flüchtlingsunterkünften

Abschiebungen aus Flüchtlingsunterkünften sind für Sozialarbeiter*innen und Unterstützer*innen oftmals heikle Situationen. Dabei ist es hilfreich, über aktuelle Pflichten, aber auch Rechte informiert zu sein, um im Vorfeld sowie Nachgang entsprechend handlungsfähig zu sein und betroffene Personen unterstützen zu können. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege und der hessische Flüchtlingsrat haben hierfür die kostenlose Broschüre „Abschiebungen aus der Flüchtlingsunterkunft“ veröffentlicht, die neben dem gesetzlichen Hintergrund verschiedene Fallbeispiele und Konstellationen zusammenfasst.

Neue Caritas-Broschüre zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

In der Integrationspolitik wurde in den vergangenen Jahren gesetzlich einiges geändert, im Hilfebereich strukturell und personell aber auch nachgebessert. Dies betrifft ebenso die Beratung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Die Caritas hat daher im Rahmen der Reihe „Migration im Fokus” den Leitfaden zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aktualisiert und um hilfreiche Tipps und Adressen ergänzt.

Videoreihe zu psychischen Belastungen im Fluchtkontext

Die Heimat, die Familie und Freunde verlassen, um in einer unbekannten Umgebung ein neues Leben anzufangen, ist bereits eine große Herausforderung. Wenn die Personen zusätzlich noch flüchten mussten, können erhebliche psychische Belastungen auftreten. Das Projekt Empathique veranschaulicht in einer Videoreihe auf YouTube mögliche Erkrankungen, wie postmigratorischen Stress oder posttraumatische Belastungsstörung.

Podcast: Was steckt hinter supersaiyabrain?

Stigmatisierungen und Vorurteile sind leider auch in der heutigen Zeit noch stark vertreten. Dabei betreffen sie beispielsweise die Optik oder die Religion von anderen Personen. Sarra Chaouch-Simsek hat – um genau diesen beschriebenen negativen Assoziationen entgegenzuwirken – einen gleichnamigen Podcast ins Leben gerufen. In der Süddeutschen Zeitung spricht sie über ihr Projekt und was hinter „supersaiyabrain“ steckt.

Arbeitshilfe: Spurwechsel bei Aufenthaltstiteln

Eine häufig behandelte Thematik im integrativen Beratungsbereich sind die Wechsel oder Änderung bereits bestehender Aufenthaltstitel. Da die Möglichkeiten und Regelungen nicht immer sofort ersichtlich sind, hat das IQ Netzwerk Niedersachsen eine Hilfestellung in Form einer tabellarischen Übersicht erstellt, die beim Paritätischen Gesamtverband heruntergeladen werden kann.

Studie belegt: diskriminierende Strukturen auf dem Wohnungsmarkt

Eine Wohnung zu finden, kann, besonders in Großstädten, ein schwieriges Unterfangen sein. Auch bei der Wohnungssuche kommen rassistische Vorurteile seitens der Vermietenden gegenüber Wohnungssuchenden mit Migrationshintergrund zum Vorschein, wie jetzt eine repräsentative Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt. In diesem ZEIT-Artikel werden die Ergebnisse der Umfrage vorgestellt und erklärt, warum Problembewusstsein und eigene Verhaltensweisen häufig nicht übereinstimmen.

Migration Pay Gap: Gleiche Arbeit, ungleicher Lohn

Unfaire Bedingungen bei der Bezahlung im Job sind in Deutschland keine Neuheit – nachdem zuletzt die Gender Pay Gap im Mittelpunkt stand, wird nun auch häufiger die Migration Pay Gap, also die ungleiche Bezahlung von Zugezogenen und Einheimischen bei gleicher Qualifikation, angeprangert. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung erklärt der Manager Eduardo García, der vor fünf Jahren von Mexiko nach Deutschland ausgewandert ist, wie sich diese Diskriminierung in seinem Arbeitsleben zeigt.

Neue Broschüre: Resettlement und humanitäre Aufnahmeprogramme kompakt

Resettlement und humanitäre Aufnahmeprogramme sind häufig die einzigen legalen Möglichkeiten für Geflüchtete einzureisen. Wie die Programme in Deutschland (Bund und Länder) umgesetzt werden, fasst eine Übersicht des Deutschen Caritasverbandes zusammen. Die neue Broschüre mit zusätzlichen Hintergrundinfos kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

Neuauflage: Broschüre zu „Krankheit als Abschiebungshindernis“

Inwieweit Krankheiten gesetzlich gegen eine Ausreise oder Abschiebung sprechen können, hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder geändert. Wie die aktuelle Gesetzgebung und Rechtsprechung aussieht und was sich im Detail geändert hat, fasst die Broschüre „Krankheit als Abschiebungshindernis“ des Deutschen Roten Kreuzes zusammen. Dies kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

Good Practice: Projekt VIC 4 integration 

Das Projekt VIC – kurz für video casebook to support integration of young migrants / refugees – lässt Migranten*innen und Geflüchtete in Videos selbst zu Wort kommen, über Heimat, Flucht und Ankommen bzw. wie sie damit umgegangen sind. Durch das Storytelling sollen anderen Personen in ähnlichen Situationen Lösungswege aufgezeigt werden. Die Videos und weitere Infos sind auf der Projektinternetseite zu finden. 

Status quo: Integration in der Schule?

Das Ankommen zahlreicher Geflüchteter seit 2015 hat vor allem das Schulsystem in Deutschland vor eine große Herausforderung gestellt, die regional sehr unterschiedlich angegangen wurde. Willkommensklassen, Projekte und Förderungen wurden geschaffen und Fachpersonal geschult. Doch wie erfolgreich waren die Maßnahmen und wie sieht die Lage im Jahr 2020 in den Schulen aus? Diesen Fragen hat sich Journalist Anant Agarwala in seinem Buch “Das Integrationsexperiment. Flüchtlinge an der Schule – Bilanz nach fünf Jahren” gewidmet, das nun erschien. Die Süddeutsche Zeitung gibt einen Einblick.

Ist Satire der richtige Umgang mit Rassismus? 

Rassismus ist ein stark aufgeladenes Thema, auch im Kontext Schule. Hier ist es jedoch besonders wichtig, dass Schüler*innen und Lehrer*innen sich damit auseinandersetzen. Doch was ist der richtige Weg? Der YouTube-Kanal „Die Datteltäter“ hat dafür die Satire gewählt. So wollen die Macher*innen einen leichteren Zugang zum Thema schaffen und gleichzeitig zur Diskussion einladen: Kann man das so sagen? Mehr zu den Datteltätern und den Hintergründen findet man beim deutschen Schulportal.

Samirs Geschichte: „Nichts ist schlimmer als die Ungewissheit“ 

Schulabschluss, Lehre, Führerschein – und dennoch eine ungewisse Zukunft. Das ist die Geschichte von Samir, einem jungen Geflüchteten aus Afghanistan, der 2014 in Deutschland ankam und seitdem von der „37 Grad“-Autorin Ulrike Schenk begleitet wird. Die 30-minütige Reportage beschreibt seinen Weg seit seiner Ankunft und zeigt exemplarisch den Zwiespalt junger Geflüchteter zwischen ankommen, sich integrieren und Pläne für die Zukunft schmieden ohne zu wissen, in welchem Land sich diese Zukunft abspielen wird. 

Good Practice: Materialien für die pädagogische Arbeit gegen Islamfeindlichkeit 

Nach wie vor werden der Islam bzw. Muslim*innen in Deutschland häufig als Bedrohung wahrgenommen. Auch unter Jugendlichen sind antimuslimische Denkweisen verbreitet. Um diesem entgegenzuwirken, hat das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen (IDA-NRW) die Broschüre „Module für die pädagogische Arbeit gegen Islamfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus“ veröffentlicht. In den fünf Modulen des Präventionszirkels wird über Islamfeindlichkeit sowie die Vielfalt muslimischen Lebens in Deutschland informiert und zahlreiche Tipps zu Materialien für den Unterricht sowie weiterführende Literatur gegeben.

Good Practice: Hospiz­verein DaSein bildet Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund aus 

Je älter Menschen werden, umso mehr schwelgen sie in Erinnerungen und in ihrer Vergangenheit. Wenn diese Erinnerungen jedoch in einer anderen Kultur und Sprache stattfinden, kann es die Sterbebegleitung nachteilig beeinflussen. Der Hospizverein DaSein hat daher Ende 2019 eine Ausbildung für Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund begonnen, um auf die kulturelle Identität Schwerstkranker besser eingehen zu können, und wurde dafür mit dem bayrischen Integrationspreis ausgezeichnet. Mehr vom Verein berichtet die Süddeutsche Zeitung

Neuauflage der Arbeitshilfe „Soziale Rechte für Flüchtlinge“

Im Sommer des vergangenen Jahres berichteten wir in unserem Newsletter über das vom Bundestag frisch verabschiedete Migrationspaket. In Folge dessen trat gleich ein ganzes Bündel von Gesetzesänderungen in Kraft, die die sozialen Rechte Geflüchteter betreffen. Der Paritätische Gesamtverband hat daher jetzt seine Arbeitshilfe „Soziale Rechte für Flüchtlinge“ neu aufgelegt. Das Dokument umfasst u. a. die Themen Zugang zum Arbeitsmarkt und das Asylbewerberleistungsgesetz und kann bei den Paritätischen kostenfrei heruntergeladen werden kann.

Aktuelle Jobsituation von Geflüchteten in Deutschland

Das Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) untersuchte kürzlich, wie gut die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt funktioniert, konkret: Welcher Anteil der Geflüchteten fünf Jahre nach Ankunft in Deutschland erwerbstätig ist. Zu welchem Ergebnis die Studie des IAB kommt, hat nun der Spiegel zusammengefasst.