Eine neue Chance: Das Chancen-Aufenthaltsrecht soll kommen

Ab voraussichtlich Dezember 2022 soll das neue Chancen-Aufenthaltsrecht in Kraft treten, der Gesetzesentwurf soll im Herbst im Bundestag diskutiert und beschlossen werden. Ca. 135.000 Menschen in Deutschland könnte damit aus den sogenannten Kettenduldungen herauskommen und ihnen ein einjähriges Aufenthaltsrecht ermöglicht werden. Das Chancen-Aufenthaltsrecht soll als Brücke zu einem längerfristigen Bleiberecht dienen. Einzelheiten zum Gesetzentwurf hat PRO ASYL hier zusammengefasst.

Geänderte Bestimmungen für aus der Ukraine Geflüchtete ab September

Ab 01. September wird eine neue "Ukraine-Aufenthalts-Übergangsverordnung" in Kraft treten. Diese regelt das Visumsrecht und gibt erstmals ein Datum vor, bis zu dem eine Einreise nach Deutschland erfolgt sein muss, damit die 90-tägige Befreiung von der Visumpflicht gilt.
Alle Neuerungen und Auswirkungen für die verschiedenen Fälle finden Sie übersichtlich erläutert bei asyl.net 
Hinweis: Aufgrund von Erlassen der Bundesländer zur Umsetzung des vorübergehenden Schutzes kann es in den verschiedenen Bundesländern zu abweichenden Handhabungen in der Umsetzung kommen.

Good Practice gebündelt präsentiert

Im Bereich Migration und Integration gibt es zahlreiche erfolgreiche Projekte, die aber nicht immer für alle sichtbar sind. Das bundesweite Netzwerk Integration durch Qualifizierung, kurz: IQ, hat nun auf seiner Plattform für die Handlungsfelder interkulturelle Kompetenzentwicklung und Antidiskriminierung, berufsbezogenes Deutsch sowie Beratung und Qualifizierung mehrere Good Practice zusammengestellt und lädt staatliche, gemeinnützige sowie private Bildungsträger bzw. -dienstleister ein zum Adaptieren.

Leitfaden zur Beratung von Geflüchteten und Migrant*innen mit Behinderung

Für Beschäftigte in der Migrationssozialarbeit als auch der Behindertenhilfe, wurde im Mai ein Leitfaden für die Beratung von Geflüchteten und Migranten*innen mit Behinderung in einer aktualisierten Online-Fassung zum Download veröffentlicht. Die von der passage Hamburg sowie der Caritas Osnabrück herausgegebene Handreichung enthält u. a. ein Prüfschema, womit erarbeitet werden kann, welche konkreten Leistungen benötigt werden, zu welcher Migranten*innengruppe die ratsuchende Person gehört (Aufenthaltsstatus vs. Zugang zu Leistungen) und welcher Träger für die Erbringung der konkreten Sozialleistung zuständig ist.

Thema Gesundheit: Arbeitshilfen und Merkblätter auf Ukrainisch

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt Informationsmaterialien u. a. zur Corona-Schutzimpfung, zu Hygienemaßnahmen und zu Kindergesundheit nun auch in ukrainischer Sprache zur Verfügung. Die Merkblätter, Infografiken und Videos finden Sie hier. zum Download, darüber hinaus gibt es eine Übersichtsseite für Beratungsangebote für Familien.

Rassistische Realitäten

Ein Großteil der deutschen Bürger statuiert Deutschland ein Rassismusproblem, das sagen zumindest 90 % von 5000 telefonisch Befragten einer Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung. Der rechte Terror des NSU und die Morde von Hanau und Halle haben den realexistierenden Rassismus in das Bewusstsein der Menschen gerückt, dazu gab jeder Fünfte der Befragten an, selbst schon mal Rassismus erfahren zu haben. Wichtige Erkenntnis ist auch, dass 45 % der Befragten Rassismuskritik für übertrieben halten und darin eine Einschränkung der Meinungsfreiheit sehen. Ein gutes Zeichen: jüngere Menschen zeigen eine große Sensibilisierung für das Thema. Einen Beitrag über die Studie zum Nachlesen & Nachhören finden Sie beim Deutschlandfunk Kultur.

Für Ukraine-Flüchtlinge: Digitales und analoges Angebot der Migrationsberatung

Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) bietet seit 2005 Unterstützung in den Bereichen der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration. Das Angebot ist zugeschnitten auf Neuzugewanderte und wird von den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege deutschlandweit vor Ort umgesetzt. Ergänzend dazu steht die mbeon App zur Verfügung, die alle Themen in den Sprachen Deutsch, Englisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung stellt. Seit dem 15. März 2022 wurde die MBE offiziell für geflüchtete Menschen aus der Ukraine geöffnet. Kurzvideos auf Ukrainisch  und auf Russisch helfen nun dabei, geflüchtete Menschen aus der Ukraine auf dieses Angebot aufmerksam zu machen.

Ukrainische Geflüchtete und das deutsche Arbeitsrecht

Die Flucht aus der Ukraine ist gelungen, das erste Ankommen gemeistert und ein Job ist in Aussicht. Doch wie kommen ukrainische Geflüchtete und deutsche Arbeitgeber nun zusammen und worauf muss bereits bei der Jobsuche geachtet werden? Beim Spiegel beantworten zwei Arbeitsrechtler*innen zentrale Fragen und fassen wichtige Regelungen zusammen.

Stimmungsbild zur Zuwanderung

Die Vorteile und Notwendigkeit von Zuwanderung hinsichtlich einer alternden Gesellschaft und Fachkräftemangel überzeugen inzwischen einen Großteil der Menschen in Deutschland. Gleichzeitig sinken die Vorbehalte gegenüber Zuwanderung kontinuierlich, auch wenn diese nach wie vor bei den meisten Menschen präsent sind. Dies sind die Ergebnisse aus einer repräsentativen Studie aus dem Jahr 2021. Zunehmend rücken die Chancen von Zuwanderung in den Fokus, auch wenn vonseiten Deutschlands in Bezug auf Diskriminierung sowie mangelnde Chancengleichheit und Teilhabe noch viel getan werden muss, damit Integration besser gelingen kann. Die Bertelsmann Stiftung gibt einen Einblick in das aktuelle Stimmungsbild und wo die entscheidenden Stellschrauben für eine gelungene Zuwanderung liegen.

Status quo Gesundheitsversorgung von Asylsuchenden

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sollte Asylsuchenden den Zugang zur Gesundheitsversorgung erleichtern. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt jedoch nun, dass die Umsetzung in die Praxis in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt wird. Auch welche Leistungen gewährt werden, hängt stark von der jeweiligen Kommune ab.

Urteil stärkt Recht traumatisierter Geflüchteter

Bundesweit können Asylbewerber*innen zwar einen Anspruch auf Kostenübernahme für eine Psychotherapie geltend machen, die Bewilligung wird in den Bundesländern jedoch unterschiedlich umgesetzt. Dieser Praxis widersprach kürzlich das Bundessozialgericht. Was dieses Urteil für die psychotherapeutische Versorgung traumatisierter Geflüchteter bedeutet, erläutert ein Fachtext der BAfF-Zentren.

Keiner von uns: als Kind geflüchteter Eltern an die Uni

Mit 18 Jahren gründet Sagithjan Surendra das Aelius-Förderwerk zur Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher aus Familien mit Migrationsgeschichte. Im Interview mit Zeit-Campus berichtet er über das Aufwachsen als Kind in einer Familie mit Fluchtgeschichte und das bleibende Gefühl der Eigenartigkeit.

Der Körper ist in Sicherheit, aber der Konflikt bleibt

In der Begleitung junger Geflüchteter fällt ein erhöhter Bedarf psycho-sozialer Betreuung auf. Der YouTube-Kanal des Projektes „Ankommen – neue Wege finden“  führt in das Thema Trauma ein. Es werden psychologische Vorgänge von Trauma sowie deren Auswirkungen beschrieben und worauf in der Betreuung zu achten ist.

Schulmaterial für interkulturelle Kompetenz

Bereits in der Schule spielen Stereotype, Vorurteile und Klischees eine Rolle – nicht nur Schüler*innen, auch Lehrende müssen in diesem Kontext ihr eigenes Handeln und Denken reflektieren. Hierfür hat der deutsche Bildungsserver zahlreiche Materialien, Links und Tipps zusammengestellt.

Übergänge für geflüchtete Jugendliche gestalten

Worauf kommt es an, wenn (un-)begleitete geflüchtete junge Menschen in Deutschland ankommen, welche Fragen oder Hürden stellen sich ihnen? Hierzu hat das Projekt „JuFlu: Übergänge im Leben junger Geflüchteter“ zusammen mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen betroffene Jugendliche befragt und als Ergebnis nun das kostenlose Infoheft „Übergänge gestalten!“ in vier Sprachen veröffentlicht.

Broschüre zu Arbeitsmarktzugang von Geflüchteten aktualisiert

Ein wichtiger Bestandteil der Integration ist die Teilhabe am Arbeitsleben. Damit Geflüchtete auch Zugang zum Arbeitsmarkt haben, gibt es je nach Aufenthaltstitel unterschiedliche Rahmenbedingungen. Eine gute Übersicht hierfür stellt der Informationsverbund Asyl & Migration in der kürzlich aktualisierten Broschüre „Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktzugangs von Geflüchteten“ zur Verfügung.

#wAlman politische Bildung bei Migranten*innen fördern

Der Wahlkampf 2021 geht in die heiße Phase – in wenigen Wochen sind ca. 60 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl des 20. Deutschen Bundestages aufgerufen. Darunter sind auch viele Personen mit Migrationshintergrund, die jedoch seltener ihr Wahlrecht nutzen. Die Gründe hierfür erklärt Ali Can im Interview mit dem Paritätischen und stellt seine Kampagne #wAlman vor.

Flucht und Migration im medialen Wandel

Das Bild von Flucht und Migration in den Medien hat sich seit der zunehmenden Integration in Deutschland deutlich geändert. Beherrschte zu Beginn noch ein neutraler bzw. positiver Blick die Berichterstattung, verschob sich der Fokus immer mehr auf die negativen Auswirkungen. Das belegt eine Studie der Uni Mainz. Prof. Dr. Marcus Maurer, einer der Autoren, erklärt im Interviewdie Hintergründe dazu.

Innovationspotenzial wird unterschätzt

Gründer*innen haben es nicht leicht am Wirtschaftsstandort Deutschland. Dabei sind sie enorm wichtig, diesen lebendig zu halten und voranzubringen. Besonders unterschätzt wird dabei das Potenzial von Gründer*innen mit Migrationserfahrung. Das verdeutlicht eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Wo die Hindernisse lauern und wie die Situation in anderen Ländern aussieht, fasst dieser Artikel zusammen.

Einbürgerungen sollen beschleunigt werden

Im Bundestagswahljahr 2021 ist es nicht nur interessant, wer gewählt werden kann, sondern auch wer wählt bzw. wer überhaupt wählen darf. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) rückt in seinem Jahresgutachten „Normalfall Diversität?“ hierbei zugewanderte Bürger*innen in den Fokus. Denn 8,7 Millionen Personen in Deutschland sind zwar im Wahlalter, dürfen aber aufgrund der fehlenden deutschen Staatsbürgerschaft nicht wählen. Der SVR schlägt daher nun vor, die Einbürgerung der Zugewanderten zu beschleunigen, um ihnen eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, so auch am politischen Leben zu ermöglichen. Mehr zum Gutachten des SVR und den aktuellen Regelungen erläutert die Süddeutsche Zeitung.