Die Weiterbildung zum Systemischen Deeskalationscoach bieten wir 2018 zusätzlich zu folgenden Terminen an: Vom 25.06.-28.06.2018 in Berlin sowie vom 11.12.-14.12.2018 in München. 

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Berufseinstiegsbegleitung

Situation am Ausbildungsmarkt

Für Hauptschüler/innen sieht es am Ende der Schulzeit nicht rosig aus: Nach wie vor findet nur jeder Zweite von ihnen eine Lehrstelle, die anderen müssen sich oft jahrelang bemühen und werden zu sogenannten Altbewerbern. Noch schlechter sieht die Situation auf dem Ausbildungsmarkt für die Jugendlichen aus, wenn sie die Schule ohne Abschluss verlassen und als Schulabbrecher versuchen, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Außerdem brechen 20 % der Auszubildenden ihre Ausbildung im 1. Lehrjahr ab - häufige Gründe sind die falsche Berufswahl oder Probleme im Ausbildungsbetrieb. Insgesamt hat dies zur Folge, dass 15 % der 20-29jährigen über keinen beruflichen Abschluss verfügen und als Ungelernte von Arbeitslosigkeit bedroht sind.

Berufseinstiegsbegleiter

Um Altbewerbern und Schulabbrechern bessere Chancen zu geben, wurde der Ausbildungsbonus eingeführt: Betriebe, die einen Altbewerber einstellen, erhalten staatliche Hilfen. Außerdem werden ab 2009 entsprechend des geänderten SGB III § 421s bundesweit 1000 Berufseinstiegsbegleiter eingesetzt. Berufseinstiegsbegleiter sollen Jugendliche beim Übergang Schule - Beruf unterstützen. Zielgruppe der Berufseinstiegsbegleiter sind Jugendliche, die z.B. aufgrund von sozialen oder sprachlichen Schwierigkeiten wahrscheinlich Probleme haben werden, einen Schulabschluss zu erreichen und den Übergang in eine berufliche Ausbildung zu meistern. Ein häufiges Indiz dafür ist nach wie vor ein Migrationshintergrund, in der Regel besuchen die Jugendlichen eine Haupt- oder Förderschule. Ein Berufseinstiegsbegleiter betreut dabei maximal 20 Jugendliche gleichzeitig.

Bundesweit wurden zunächst 1000 Berufseinstiegsbegleiter eingesetzt, so dass pro Jahr mehr als 20.000 Jugendliche unterstützt werden konnen. Inzwischen fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen Initiative Bildungsketten die Berufseinstiegsbegleitung für einen Beginn in den fünf Schuljahren 2014/2015 bis 2018/2019. Dafür werden 1 Milliarde Euro zur Verfügung gestellt, jeweils zur Hälfte aus dem  Europäischen Sozialfonds und von der Bundesagentur für Arbeit. Mit diesem Betrag kann die Berufseinstiegsbegleitung an 2.550 Schulen mit insgesamt rund 115.000 Teilnehmerinnen angeboten werden. Das ESF-Bundesprogramm „Kofinanzierung der Berufseinstiegsbegleitung“ ist das finanzstärkste ESF-Programm, das der Bund in der Förderperiode 2014-2020 auflegt!

Aufgaben der Berufseinstiegsbegleitung

Die Berufseinstiegsbegleitung soll verschiedene Aufgabengebiete abdecken und jungen Menschen helfen, den Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich zu meistern.

1. Aufgabe der Berufseinstiegsbegleitung: Erwerb eines allgemeinen Schulabschlusses

Die Berufseinstiegsbegleitung richtet sich an Jugendliche in der Vorabschlussklasse. Das erste Ziel ist der Erwerb eines Schulabschlusses, in der Regel des Hauptschulabschlusses. Berufseinstiegbegleiter helfen den zugeordneten Schüler/innen ab der 7. Klasse durch Lernunterstützung und andere geeignete Maßnahmen dabei, einen Schulabschluss zu erlangen.

2. Aufgabe der Berufseinstiegsbegleitung: Berufsorientierung

Gleichzeitig sollen Berufseinstiegsbegleiter den Jugendlichen eine vertiefte Berufsorientierung anbieten. Die falsche Berufswahl ist ein häufiger Grund für Ausbildungsabbrüche. Neben der Feststellung von Eignung und Talent ist es auch Aufgabe der Berufseinstiegsbegleiter, eine realistische Berufswahl sicher zu stellen, denn in vielen Berufen haben Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss wenig Chancen. Zudem gilt es in diesem Prozess auch Ausbildungsreife bei den Jugendlichen herzustellen, denn die Berufswahlreife gilt als Teil der Ausbildungsreife.

3. Aufgabe der Berufseinstiegsbegleitung: Bewerbung

Auch die Bewerbungsunterstützung ist Aufgabe der Berufseinstiegsbegleitung. In den Abschlussklassen helfen die Berufseinstiegsbegleiter den Jugendlichen bei der Bewerbung: Sie unterstützen die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche und helfen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Auch das Benehmen und Verhalten im Vorstellungsgespräch muss mit vielen Jugendlichen geübt werden.

4. Aufgabe der Berufseinstiegsbegleitung Stabilisierung der Ausbildung

Wenn der Übergang in eine duale Ausbildung gelingt, sollen die Berufseinstiegsbegleiter die Jugendlichen im ersten halben Jahr der Ausbildung stabilisieren, um einen langfristigen Erfolg der Maßnahme sicherzustellen. Bei Krisen am Ausbildungsplatz intervenieren und vermitteln die Berufseinstiegsbegleiter. Voraussetzung ist hier die Kenntnis der rechtlichen Grundlagen der dualen Ausbildung.

Wer eignet sich zum Berufseinstiegsbegleiter?

Berufseinstiegsbegleiter können Personen mit unterschiedlichen Vorerfahrungen werden. Geeignet sind vor allem Menschen, die über pädagogische Qualifikationen verfügen und / oder Erfahrung mit dem betrieblichen Ausbildungswesen haben, also z.B. selbst Ausbilder waren oder Führungsaufgaben wahrgenommen haben.

Arbeitsort und Kooperation von Berufseinstiegsbegleitern

Die Ausschreibung der Stellen für Berufseinstiegsbegleiter erfolgt über die Träger. Der Berufseinstiegscoach arbeitet dann an einer Schule und ist bei einem Träger angestellt. Die Schüler mit Betreuungsbedarf werden in Absprache mit Lehrern oder Schulsozialarbeitern ausgesucht. Die Eltern der in der Regel minderjährigen Schüler müssen der Maßnahme zustimmen. Berufseinstiegsbegleiter kooperieren in ihrer täglichen Arbeit eng mit Lehrern und anderen Akteuren, z.B. ehrenamtlichen Dritten, die Jugendliche bei der Berufswahl und dem Berufseinstieg unterstützen.

Fortbildungen und Weiterbildungen für Berufseinstiegsbegleiter

Das Institut für Bildungscoaching bietet verschiedene Fortbildungen an, die für Berufseinstiegsbegleiter interessant sind, insbesondere natürlich die Weiterbildung zum Berufseinstiegscoach. Die Weiterbildung zum Berufseinstiegscoach ist speziell für Berufseinstiegsbegleiter konzipiert und orientiert sich inhaltlich an den Aufgaben der Berufseinstiegsbegleitung nach SGB III. Berufseinstiegsbegleiter erhalten ein fundiertes Grundwissen zu den verschiedenen Arbeitsfeldern.

Aufbauend auf die Weiterbildung zum Berufseinstiegscoach kann dann die Qualifizierung zum/zur Berufsberater/in U25 absolviert werden.

Berufseinstiegbegleiter bieten den betreuten Jugendlichen oft auch Lernbegleitung an. Die Weiterbildung zum Lerncoach vermittelt das nötige Fachwissen, um Lernprozesse zu gestalten und Lernstörungen zu erkennen.