Die Weiterbildung zum Systemischen Deeskalationscoach bieten wir 2018 zusätzlich zu folgenden Terminen an: Vom 25.06.-28.06.2018 in Berlin sowie vom 11.12.-14.12.2018 in München. 

Einführung: Gewaltfreie Kommunikation

Marshall B. Rosenberg

Marshall B. Rosenberg (* 6. Oktober 1934 in Canton, Ohio;
† 7. Februar 2015 in Albuquerque, New Mexico) ist Begründer der Gewaltfreien Kommunikation (GFK).

Die Arbeit von Marshall B. Rosenberg wurde geprägt vom humanistischen Menschenbild, der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Carl Rogers und Gandhis Überlegungen zur Gewaltfreiheit.

1999 erschien sein erstes Buch "Nonviolent Communication: A Language of Life" auf Englisch. Seither ist es in fast alle Weltsprachen übersetzt worden.

Rosenbergs Methode der gewaltfreien Kommunikation wird an vielen Orten und in verschiedensten Kontexten (wie Betriebe, Unternehmen, Schulen, Kommunen, Familien, Polizeiverwaltungen) vermittelt, erprobt, gelernt und umgesetzt. Sie ermöglicht es, Konflikte auf persönlicher, professioneller und politischer Ebene friedlich anzugehen.

Die 12 Kommunikationssperren nach Thomas Gordon

Thomas Gordon hat in seinen 12 Kommunikationssperren zusammengefasst, was in der Kommunikation eher trennende Wirkungen hat als gegenseitiges Verständnis zu fördern:

  1. Befehlen, anordnen, auffordern
  2. Beraten, vorschlagen, Lösungen liefern
  3. Belehren, überzeugen, sich auf eine fremde Autorität berufen
  4. Forschen, verhören
  5. Beschimpfen, beschämen, bloßstellen
  6. Interpretieren, analysieren, diagnostizieren
  7. Moralisieren, predigen, beschwören
  8. Beschwichtigen, beruhigen
  9. Ablenken, ausweichen, Rückzug
  10. Warnen, drohen, mahnen
  11. (Ver-)urteilen, kritisieren, beschuldigen
  12. Taktisch loben, schmeicheln, bestechen, bitten, betteln

Gordon zufolge schaffen diese zwölf Kommunikationssperren eine destruktive Gesprächssituation. Sie können GesprächspartnerInnen zum Schweigen veranlassen oder in ihnen eine Haltung von Rechtfertigung und Abwehr auslösen.

Grundannahmen in der Gewaltfreien Kommunikation

Die Gewaltfreie Kommunikation geht von bestimmten Grundannahmen aus:

Menschen tragen gerne zum Wohlergehen anderer bei, wenn:

  • sie dies freiwillig tun können
  • keine eigenen Anliegen / Bedürfnisse dem entgegen stehen
  • sie darauf vertrauen können, dass ihre eigenen Anliegen / Bedürfnisse ebenso Berücksichtigung finden.
  • Jede Form von Kritik, Angriff, Urteilen ist Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse.
  • Alles was Menschen tun, sind Versuche, sich Bedürfnisse zu erfüllen.
  • Probleme und Konflikte sind immer personenbezogen.

Was ist ein Problem?

Ein wichtiges Bedürfnis, das nicht erfüllt wird oder zu kurz kommt.


Was ist ein Konflikt?

Zwei wichtige Bedürfnisse, für die noch keine Strategie gefunden wurde, die beide erfüllt.


Was ist Gewalt?

Jeder Versuch, sich selbst oder andere Menschen zu bestrafen oder die eigenen Bedürfnisse ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer Menschen durchzusetzen.


Die zwei Bereiche der Gewaltfreien Kommunikation

  1. Sich aufrichtig zeigen
  2. Empathisch hören

Im Gesprächsverlauf wechselt die Aufmerksamkeit zwischen diesen Bereichen oft mehrfach hin und her

  • mich aufrichtig zeigen und sagen, was ich brauche und
  • empathisch hören, was der andere braucht

Dadurch entsteht die Klarheit, was die Beteiligten brauchen, um zu einem Win-Win-Ergebnis zu kommen.

Die vier Schritte in der Gewaltfreien Kommunikation

1. Schritt: Beobachtung

Fakten die wir sehen, riechen, hören können. Mein Gegenüber weiß, von was ich spreche. Er/Sie kann innerlich an die Situation anknüpfen.

2. Schritt: Gefühl

Unsere emotionalen Reaktionen und Empfindungen. Sie ermöglichen meinem Gegenüber mitfühlendes Verständnis.

3. Schritt: Bedürfnis

Unsere Bedürfnisse, die unsere Gefühle verursachen: Sie schaffen Klarheit darüber, was mir wichtig ist. Ich übernehme damit die Verantwortung für mein(e) Gefühl(e).

4. Schritt: Bitte

Was kann ich tun? Was kann jemand anderes tun, damit sich meine Bedürfnisse erfüllen?

Die Bedürfnisse schaffen Klarheit, was ich jetzt gerne von meinem Gegenüber hätte (mein Optimum als Verhandlungsbasis).

Weiterbildung Gewaltfreie Kommunikation

Falls Sie sich für die Methode der Gewaltfreie Kommunikation interessieren, ist vielleicht unsere Weiterbildung Gewaltfreie Kommunikation interessant für Sie. Die Weiterbildung bietet eine fundierte Einführung in die Methode und wird u.a. mit praktischen Rollenspielen eingeübt.

Im Bereich Gewaltfreie Kommunikation bietet das Institut seit 2016 zudem die Basisausbildung in Gewaltfreier Kommunikation an.