Weiterbildung zum Systemischen Deeskalationscoach

Stuhlkreis Seminar Coaching Aggressivität und Gewalt gehören in den Kundenbeziehungen in Behörden, im Gesundheitswesen und in sozialen Einrichtungen leider inzwischen zum Alltag. Laut einer bundesweiten Untersuchung der Hochschule Darmstadt, an der über 30 Behörden teilnehmen, berichteten 100 Prozent der Befragten von verbalen Konflikten mit Kunden. Viele Konflikte gingen aber darüber hinaus: 51 Prozent der Befragten berichteten von Drohungen, 14 Prozent von Sachbeschädigungen, 13 Prozent erlitten körperliche Gewalt und 2 Prozent Waffengewalt. Auch andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass in Behörden und auch in sozialen und Gesundheitseinrichtungen oft eine fast als alltäglich empfundene Beleidigungskultur besteht.

Die Weiterbildung zum systemischen Deeskalationscoach bietet Fachkräften in Behörden, in Schulen und im Gesundheits- sowie Sozialwesen eine fundierte Weiterentwicklung im Bereich der Konfliktprävention und Deeskalation.

Mit einer konsequent systemischen Haltung, einem wertschätzenden Menschenbild und der Integration verschiedenster interdisziplinärer Modelle können Gefahren erkannt und Konflikte im beruflichen Alltag minimiert und deeskaliert werden. Entscheidend ist die eigene Haltung, um intervenieren zu können, wenn sich Konflikte bereits anbahnen.

Im ersten Teil der Weiterbildung werden die Grundlagen des Systemischen Ansatzes vorgestellt. Durch eine systemisch-konstruktivistische Betrachtungsweise von Konflikten und den dahinterliegenden Strukturen wird die Problem- und Lösungsanalyse umfassender und kann so zur aktiven Gestaltung von schwierigen und aufgeladenen Situationen beitragen.

Im zweiten Teil der Weiterbildung werden die verschiedenen Formen von Konflikten näher beleuchtet: Welche Konfliktarten gibt es und wie nehme ich sie war? Welche Eskalationsstufen gibt es und wie können Reaktionen auf den verschiedenen Eskalationsstufen aussehen?

Im dritten Teil der Weiterbildung lernen die Teilnehmenden verschiedene Techniken zur Konflikt- und Gewaltprävention kennen und übertragen diese auf ihren Arbeitsplatz. Die Grundfrage lautet dabei: Wie kann ich meinen Arbeitsplatz präventiv sicherer gestalten und welche Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung habe ich, um präventiv auf sich anbahnende Konflikte einzuwirken? Hier liegt der Fokus auf der konkreten räumlichen Gestaltung des Arbeitsplatzes, als auch auf der Grenzziehung in Beziehung: Sei es durch gezielte Kommunikation oder durch nonverbale Möglichkeiten der Gewaltprävention, Ankern, Spiegeln und Achtsamkeit.

Im vierten und wichtigsten Teil werden Techniken zur Deeskalation eingeübt. Mit welchen Gesprächstechniken kann man angespannte Situationen gezielt deeskalieren und lösungsorientiert moderieren, sodass eine Atmosphäre entsteht, in der sich alle Gesprächspartner wohlfühlen? Welchen Einfluss hat meine Körpersprache und die nonverbale Kommunikation auf den Konflikt? Wie können schwierige Entscheidungen wertschätzend und unter Berücksichtigung aller Bedürfnisse kommuniziert werden? In Live-Demonstrationen, in Kleingruppenarbeit und in Rollenspielen üben die Teilnehmenden verschiedene Techniken und Methoden ein: Reframing von Konflikten, Arbeit mit inneren Anteilen, Kommunikationsmethoden der gewaltfreien Kommunikation.

Im letzten Teil der Weiterbildung geht es um die Selbstwahrnehmung und den persönlichen Umgang mit schwierigen Situationen am Arbeitsplatz: Wie reagiere ich auf Konflikte? Wie und wo zeigen sich Konflikte auf der körperlichen Ebene? Welche Möglichkeiten der Entspannung gibt es bei belastenden Situationen am Arbeitsplatz?

Fragen?

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Anmeldung

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