Weiterbildung zum Systemischen Coach für Flüchtlinge

Seminarsituation Flipchart2015 sind über eine Million Flüchtlinge in Deutschland angekommen, 2016 waren es knapp 300.000. Sie benötigen Hilfestellung in vielen Lebensbereichen. Neben dem Verarbeiten von Kriegs-, Flucht- und Verlusterfahrungen steht die Orientierung im neuen Umfeld und die Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im Mittelpunkt.

Viele Sozialpädagogen/-innen und Fachkräfte mit anderen Qualifikationen sind in diesem neuen Arbeitsfeld tätig und sehen sich neuen Herausforderungen gegenüber. Interkulturelle Aspekte und Sprachbarrieren beeinflussen die Beratungssituation, oft spielen in die Beratung Interessen Dritter oder Vorgaben hinein, wie zum Beispiel laufende Asyl- oder Anerkennungsverfahren. Auch ist die Belastung für die Helfenden in diesem Arbeitsbereich sehr hoch, die Fähigkeit sich abzugrenzen, eigene Ressourcen zu aktivieren und eine unterstützende kollegiale Zusammenarbeit sind wichtig.

Der systemische Ansatz eignet sich sehr gut für eine umfassende Betrachtung und Analyse der komplexen Ausgangslage von geflüchteten Menschen und Migranten/innen.

Die systemische Betrachtung versucht dem Umstand gerecht zu werden, dass Menschen neben unterschiedlichen Landkarten und Wirklichkeitskonstruktionen auch verschiedene Bedürfnisse, Wünsche, Charaktereigenschaften, Ängste, Vorlieben, Abneigungen, Fähigkeiten, Beschränktheiten, Visionen, Erinnerungen – kurz: verschiedene Perspektiven haben. Menschen können folglich in derselben Situation etwas völlig Unterschiedliches wahrnehmen und deshalb auch unterschiedliche Schlüsse und Entscheidungen ableiten. In der interkulturellen Arbeit wird dies oft besonders deutlich, zum Beispiel wenn sachorientierte Kulturen auf beziehungsorientierte Kulturen treffen oder unterschiedliche Vorstellungen von Geschlechterrollen existieren.

Durch den Einsatz des so genannten „Mehrbrillenprinzips“ nutzt der systemische Beratungsansatz diese verschiedenen Perspektiven, um den Beteiligten mehr Bewusstsein für die Situationen zu vermitteln. Durch mehr Bewusstsein erweitert sich wiederum der Möglichkeitsraum. Es steigen die Wahlmöglichkeiten und so entsteht die Bedingung für eine Veränderung.

Ziel des systemischen Coachings ist es, die Kunden/-innen für alternative Denk-, Wahrnehmungs- und Interaktionsmuster zu öffnen, um so neue Verhaltensoptionen zu ermöglichen sowie Lern- und Erneuerungsprozesse zu initiieren. Im Idealfall können systemische Interventionen mehr gegenseitiges Verständnis, Toleranz und einen achtsameren Umgang fördern.

Coaching als lösungs-, zukunfts- und handlungsorientierte Prozessarbeit bedeutet, dass die Kunden/-innen selbst die Experten/-innen für die Lösung ihrer Probleme sind. Die Flüchtlinge und Migranten/-innen sind es, die ihre Ressourcen für ihre Veränderungen zur Verfügung haben und deshalb können sie am besten über ihre Veränderungen und die dazugehörigen Strategien entscheiden.

In der Weiterbildung zum Systemischen Coach für Flüchtlinge wird die systemische Theorie eingeführt und wichtige Methoden des systemischen Coachings werden vorgestellt und eingeübt.

Systemische und lösungsorientierte Ansätze bieten zudem Methoden zur Ressourcenorientierung bei den Beratern/-innen selbst an. Im Seminar werden Methoden vorgestellt, die hilfreich für einen gelungenen Umgang mit den eigenen Ressourcen sowie Grenzen sind und die kollegiale Zusammenarbeit fördern.

Fragen?

Wir beraten Sie gerne! Fragen zu den Inhalten und dem Ablauf der Weiterbildung zum Systemischen Coach für Flüchtlinge können Sie online über Kontakt auf dieser Seite stellen.

Sie erreichen uns außerdem telefonisch unter 0341-68797984

Sprechzeiten:

Mo-Fr von 9-12 Uhr und 13-15 Uhr

Aber auch außerhalb der Sprechzeiten sind wir häufig telefonisch erreichbar. Ansonsten: Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht - wir rufen Sie gerne zurück!

Anmeldung

Sie können unter Anmeldung den Anmeldebogen für die Weiterbildung zum Systemischen Coach für Flüchtlinge anfordern. Geben Sie dabei bitte Seminartitel und Seminarort an.