Von der Angst, nicht dazuzugehören

Sozialpsychologen sprechen von Belonging Uncertainty oder Zugehörigkeitsunsicherheit und verstehen darunter den Zweifel, ob man wirklich dazu gehört, ob man hier richtig ist. Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn wir neu sind, aber ethische Minderheiten sind besonders stark und grundsätzlicher davon betroffen. Die Zugehörigkeitsunsicherheit kann in Schulen, Universitäten oder auch am Arbeitsplatz in einen Teufelskreis münden, weil sie den Aufbau von Beziehungen erschwert und die Neigung fördert, Startschwierigkeiten oder Misserfolge, die normal sind, auf sich selbst zu beziehen. Forscher haben in der Zeitschrift Science ein spannendes Experiment vorgestellt:

Erstsemestern, die ethischen Minderheiten angehörten, wurde zu Beginn des Studiums Ergebnisse einer fingierten Umfrage unter Studenten höherer Semester präsentiert. In der Studie erzählten die Studenten von ihren Startschwierigkeiten und machten deutlich, dass diese nur vorübergehend gewesen seien und die diese gut bewältigt hätten. Erstsemester erhielten so die Botschaft, dass das, was sie erleben, normal sei, nichts damit zu tun habe, wer sie sind und dass es vorübergehen würde. Die Erfolgschancen der Studienteilnehmer/-innen im Studium erhöhten sich dadurch enorm. Hier geht es zum spannenden Artikel.