Die Weiterbildung zum Systemischen Deeskalationscoach bieten wir 2018 zusätzlich zu folgenden Terminen an: Vom 25.06.-28.06.2018 in Berlin sowie vom 11.12.-14.12.2018 in München. 

News: Schuldnerberatung

10.2017

Junge Menschen, Geld, Schulden: ein spannender Hintergrundartikel der Bundeszentrale für politische Bildung

In dem Fachaufsatz „Junge Menschen, Geld, Schulden“ werden viele allgemein verbreitete Annahmen kritisch hinterfragt. Selbstverständlich sind Bildungs- und Präventionsangebote für junge Menschen zum Umgang mit Geld wichtig. Aber vielleicht greift man zu kurz, wenn man das Verschuldungsproblem bei jungen Menschen als rein erzieherisch-kognitives Defizit darstellt, als wären die jungen Menschen einfach inkompetent im Umgang mit Geld oder als hätten sie eben den falschen Blick und die falsche Moral für den „richtigen Umgang“ mit Geld. Bei dieser pädagogisch-moralisierenden Einstellung werden dabei Fragen der Benachteiligung und Chancengleichheit sowie die Anerkennung von Bedürfnissen oder auch einfach die Bewältigung des Alltags ausgeblendet. Aber hat ein junger Mensch wirklich die falsche Einstellung, wenn er Mobilfunkschulden anhäuft, weil nur die Kommunikation via Mobile ihm die Zugehörigkeit zu seiner Gemeinschaft sichern kann und er keine Möglichkeit findet, Einkommen zu generieren? Der Fachaufsatz behandelt diese und andere interessante Fragestellungen.

10.2017

Beratungslücke in der Schuldner- und Insolvenzberatung: Fehlende Beratungsangebote für Kleinst- und Kleinselbstständige

Auch wenn es oft lange Wartezeiten gibt: Privaten Verbrauchern steht ein öffentlich finanziertes schuldner- und insolvenzrechtliches Beratungsangebot zur Verfügung. Für Kleinst- und Kleinselbstständige, die ihr Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit generieren, gibt es solche Angebote hingegen nicht. Gemeint sind damit kleine Handwerker, Kioskbesitzer, freiberufliche Dozenten, genauso wie Hebammen. Für sie fehlen Angebote, die im schlimmsten Fall helfen, einen geordneten Ausstieg aus der Selbstständigkeit zu vollziehen. Die Folgen können fatal sein.

Hier geht es zum Hintergrundbericht.

10.2017

Kohlopoly: Ein Spiel zur Schuldenprävention

Das Gesellschaftsspiel Kohlopoly (http://www.drei-w-verlag.de/108-kohlopoly.html) wurde vom Drei-W-Verlag in Kooperation mit der Schuldnerhilfe Essen e.V. entwickelt. Das Spiel soll finanzielle Bildung und wirtschaftliche Kompetenzen bei Jugendlichen fördern und ist für Spieler ab 13 Jahren geeignet. Es können bis zu zehn Spieler*innen gleichzeitig spielen und das Spiel eignet sich sehr gut für den Einsatz in Schulen und Jugendeinrichtungen, aber auch in Familien. Ziel des Spiels ist es nicht, wie bei Monopoly am Ende möglichst viel Geld zu besitzen. Es geht vielmehr darum, einen guten Ausgleich zu finden zwischen Spaß und Konsum und den finanziellen Möglichkeiten – die Balance gewinnt. Das Spiel kreist dabei um konkrete Alltagssituationen von jungen Menschen: günstige Handyverträge, Shoppingangebote, Lebenshaltungskosten, Kontoführung, Kredite u.v.m. Unvorhergesehene Ereignisse bringen die Planungen immer wieder durcheinander und im Spiel lernen die jungen Menschen mit verschiedenen Lebenssituationen umzugehen.

Kohloply / Drei -W-Verlag / Für 3-10 Personen, ab 13 Jahre / Spieldauer 60-90 Minuten / 29,80 EUR

10.2017

Young-Money-Blog

Bei Spiegel-Online gibt es seit einiger Zeit den Young-Money-Blog, der sich speziell an Berufseinsteiger*innen und Studierende richtet. Neben konkreten Tipps, wie man Geld sparen kann, bietet der Blog Hinweise zur Versicherung, Steuer und Geldanlage. Die Beiträge sind sehr übersichtlich gestaltet und enthalten oft eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ein gutes Format für junge Menschen mit Finanzfragen! Hier geht es zum Young-Money-Blog

05.2017

Überschuldungsreport 2016

Für den Report des Instituts für Finanzdienstleistungen wurden 61.723 überschuldete Haushalte in 21 Schuldnerberatungsstellen ausgewertet. Damit zeichnet der Report sicherlich ein spannendes Bild von Verschuldungssituationen und Entwicklungen. Repräsentativ ist er aber nicht, da Personen, die keine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen, nicht befragt wurden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse:

  • In der Regel sind es Scheidungen, Trennungen, Krankheiten oder der Verlust des Arbeitsplatzes und die jahrelange Arbeit im Niedriglohnsektor, die zur Verschuldung führen.
  • Bei geschätzten 17 Prozent der Verschuldeten sind die Schulden laut Report durch mangelnde Bildung, schlechte Haushaltsführung oder Straffälligkeit selbst verursacht (wobei man hier die Gründe sicher kritisch beleuchten sollte, bevor man die Schuld zuweist!)
  • Vor allem Alleinlebende und insbesondere Alleinerziehende geraten oft in finanzielle Not. Betroffen sind insgesamt 3,35 Millionen Haushalte, häufig mit Kindern.
  • Jüngere Menschen sind häufig von Schulden betroffen: Im Alter von 30 bis 40 ist inzwischen jeder Fünfte dauerhaft überschuldet.
  • Rentner sind eine stark wachsende Risikogruppe – ein Grund sind die steigenden Mieten in Großstädten, wie Hamburg, München oder Berlin. Menschen über 70 Jahre stellen bislang zwar nur elf Prozent der Überschuldeten, ihre Zahl hat sich jedoch seit 2013 mehr als verdoppelt.
  • Die Anzahl der Privatinsolvenzverfahren ist stark zurückgegangen. Nur jeder zehnte Zahlungsunfähige befindet sich derzeit in einem Privatinsolvenzverfahren. Das ist nicht unbedingt eine gute Nachricht, weil es für viele verschuldete Menschen ohne das Insolvenzverfahren keine Möglichkeit zum Abbau der Schulden gibt. Ein Grund für den Rückgang ist wahrscheinlich das neue P-Konto, bei dem knapp 1.080 Euro monatlich vor Pfändung geschützt sind und Bankgeschäfte getätigt werden können. Dadurch entfällt der Zwang zum anstrengenden Insolvenzverfahren.

Hier geht es zum Überschuldungsreport 2016

05.2017

Kreditpoly: Ein Spiel zum Thema Schulden und Kredite

Das Spiel Kreditpoly wird vom Bundesverband der Verbraucherzentrale e.V. herausgegeben und kann kostenlos heruntergeladen werden. Das Spiel umfasst mehrere Spielrunden und dauert zwei bis vier Unterrichtsstunden. Jede/-e Spieler/-in erhält zu Beginn eine Schicksalskarte, die monatliche Ein- und Ausgaben festlegt. Im Spielverlauf ändert sich die Situation dann durch „Ereigniskarten“ (Ausgaben) oder „Chancenkarten“ (Einnahmen). Oft kommt es zu Ratenzahlungsverpflichtungen und diese müssen in einer Tabelle erfasst werden. Ein spielerischer Einstieg zum Thema finanzielle Entscheidungen und ihre Auswirkungen.

05.2017

Kommentar: Die Moralisierung von Schulden in Deutschland

Im Gegensatz zum Englischen oder Französischen kann die deutsche Sprache nicht zwischen moralischer und finanzieller Schuld unterscheiden (guilt/dept oder faute/dette). Vielleicht liegt darin auch ein Grund, warum ökonomische Schulden in Deutschland oft moralisiert werden.
Diese Moralisierung der Schulden findet sich ebenso sehr stark im deutschen Insolvenzrecht wieder. Nach der Erklärung der Insolvenz erfolgt eine Wohlverhaltensperiode, die zwischen drei und sechs Jahren dauert. Hier muss der Schuldner seine Redlichkeit und seinen Durchhaltewillen unter Beweis stellen. Das Insolvenzrecht hat hier kein ökonomisches Ziel, sondern ein rein pädagogisches.
Und auch die Restschuldbefreiung am Ende der Wohlverhaltensperiode bedeutet keine volle Schuldenfreiheit: Die Schulden sind juristisch weiterhin existent und können durch die Schuldnerin oder den Schuldner eingelöst werden. Sie sind aber von den Gläubigern nicht mehr einklagbar.
Wenn man sich als konkretes Beispiel mal einen Einzelhändler anschaut, der aufgrund der Verzögerungen beim Bau des Berliner Flughafens insolvent gegangen ist, wird schnell klar, wie absurd diese Sichtweise in vielen Fällen ist, da sie ja von einem moralischen Fehlverhalten ausgeht.
Diese pädagogisch-moralisierende Einstellung findet sich gleichwohl in vielen Artikeln und Studien zum Thema Schulden. Sicherlich ist es richtig, jungen Menschen in Bildungsangeboten den Umgang mit Geld zu erklären. Aber es greift auch zu kurz, wenn man das Problem als rein erzieherisch-kognitives Defizit darstellt, als wären die jungen Menschen einfach inkompetent im Umgang mit Geld oder als hätten sie eben den falschen Blick und die falsche Moral für den „richtigen Umgang“ mit Geld. Ausgeblendet werden dabei Fragen der Benachteiligung und Chancengleichheit sowie die Anerkennung von Bedürfnissen oder auch einfach die Bewältigung des Alltags.
Konkret formuliert: Hat ein junger Mensch wirklich die falsche Einstellung, wenn er Mobilfunkschulden anhäuft, weil nur die Kommunikation via Mobile ihm die Zugehörigkeit zu seiner Gemeinschaft sichern kann und er keine Möglichkeit findet, Einkommen zu generieren?
Die reine Schuldnerberatung von jungen Menschen ist deshalb immer auch eine Querschnittsaufgabe: Es geht fast immer auch um soziale Handlungsspielräume, Gestaltungsmöglichkeiten und die Möglichkeit einer autonomen Lebensführung.
Guter Hintergrundartikel zum Thema

07.2016

Endlich Gesetz: Jeder hat das Recht auf ein Konto

Seit dem 19. Juni kann jede Person über 18 Jahren in Deutschland ein Basiskonto eröffnen, also auch Asylsuchende und Menschen mit Duldung oder Menschen ohne festen Wohnsitz.

Banken dürfen künftig niemandem mehr verwehren, ein Konto zu eröffnen.

Das Basiskonto funktioniert wie ein übliches Girokonto und ermöglicht den bargeldlosen Zahlungsverkehr, aber auch Bar-, Ein- und Auszahlungen.

Bei dem "Basiskonto" handelt es sich grundsätzlich um ein Konto auf Guthabenbasis. Der Kunde erhält in der Regel kein Recht, Schulden zu machen - also keinen Überziehungsrahmen. Inhaber eines Basiskontos erhalten – im Vergleich zu sonstigen Zahlungskonten - besonderen Schutz: Banken dürfen nur angemessene Entgelte erheben und die Kündigungsmöglichkeiten des Kreditinstituts sind deutlich eingeschränkt.

Mit dem Antrag auf Einrichtung eines Basiskontos kann man zugleich beantragen, dass das Konto als Pfändungsschutzkonto geführt wird. Mehr Informationen

 

07.2016

Schuldentest zum Ausdrucken für den Unterricht

Der Schuldentest der Schuldnerhilfe Essen kann kostenlos runtergeladen und ausgedruckt werden. Die 14 Fragen mit Auswertung bieten einen guten Einstieg in das Thema Schuldenprävention und lädt zur Reflexion des eigenen Konsumverhaltens ein. Hier kann man den Schuldentest runterladen