Die Weiterbildung zum Systemischen Deeskalationscoach bieten wir 2018 zusätzlich zu folgenden Terminen an: Vom 25.06.-28.06.2018 in Berlin sowie vom 11.12.-14.12.2018 in München. 

Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF): Hintergrundwissen

Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)

Ab 2017 bieten wir neu die Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Berufsorientierung für Flüchtlinge an, in der die Teilnehmenden auch lernen, die Maßnahme „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“ zu begleiten.

Flüchtlinge brauchen besondere Maßnahmen und Vorbereitung, um erfolgreich in eine Ausbildung einmünden zu können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks eine Initiative gestartet, die bis 2018 rund 10.000 jungen Flüchtlingen eine Ausbildung im Handwerk ermöglichen soll. Die Initiative „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“ richtet sich an junge Flüchtlinge, die nicht mehr schulpflichtig sind und bereits einen Integrationskurs durchlaufen haben. Das Angebot besteht aus mehreren Stufen:

1. Stufe: Integrationskurs

An erster Stelle der Berufsorientierung steht die Sprachförderung und die kulturelle Grundorientierung. Die jungen Flüchtlinge absolvieren deshalb zunächst den Integrationskurs des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge.

2. Stufe: Allgemeine Berufsorientierung im Rahmen der Maßnahme Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk (PerjuF-H)

Im Anschluss können die jungen Flüchtlinge die Maßnahme der BA „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk (PerjuF-H)“ absolvieren. In dieser Maßnahme steht die erste allgemeine Berufsorientierung im Vordergrund. Die jungen Flüchtlinge erhalten Einblicke in verschiedene Berufsfelder im Handwerk. Zeitgleich werden die Sprachkenntnisse speziell für den beruflichen Kontext erweitert. Ziel der Berufsorientierung ist es auch festzustellen, ob bei den jungen Flüchtlingen die Neigung und Eignung für einen Beruf vorliegt.

3. Stufe: 13 Wochen-Maßnahme: Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)

Liegt eine Eignung und Neigung vor, nehmen die jungen Flüchtlinge in der nächsten Stufe an dem 13-wöchigen BMBF-Programm „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“ teil und werden gezielt auf die Aufnahme einer Ausbildung im Handwerk vorbereitet.

Die „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“ bietet innerhalb der 13 Wochen Einblicke in maximal 3 Ausbildungsberufe des Handwerks. Die BOF-Maßnahme besteht aus den Werkstatttagen und einer daran anschließenden Betriebsphase.

Werkstatttage:

Die Werkstatttage dauern neun Wochen und finden in Lehrwerkstätten oder überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt. Die jungen Flüchtlinge werden hier in verschiedene Bereiche eingeführt und können Berufe erproben:

- Informationen zu Aufbau und Ablauf der dualen Ausbildung

- Informationen zu den Inhalten der gewählten Berufe

- Ausüben berufstypischer Tätigkeiten

- Erlernen von Sozialkompetenzen und allgemeinen beruflichen Kompetenzen wie z. B. Sorgfalt

- Berufsbezogene Kommunikationen: Lesen, Schreiben und Rechnen

- Vorbereitung auf die Berufsschule

Betriebsphase:

Am Ende der Werkstattphase steht die Entscheidung für einen Wunschberuf, der in der Betriebsphase weiter erprobt werden kann. In der vierwöchigen Betriebsphase in einem Handwerksbetrieb haben die jungen Flüchtlinge Gelegenheit, den Beruf konkret zu erleben. Sie lernen Mitarbeiter/-innen und Ausbilder/-innen kennen, sind im Kundenkontakt und erleben den Beruf in seiner ganzen Realität. Am Ende der Betriebsphase erhalten die jungen Flüchtlinge eine Einschätzung vom Betrieb und werden bei positivem Verlauf in ein Ausbildungsverhältnis übernommen.

Übernahme

Ziel der Maßnahme „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“ ist die Übernahme in einen beteiligten Ausbildungsbetrieb. Ist dies nicht möglich, sollen sie bestenfalls an einen anderen Ausbildungsbetrieb vermittelt werden. Falls noch Qualifizierungsbedarf besteht, können die jungen Flüchtlinge im Anschluss an die BOF-Maßnahme auch ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung (EQ) absolvieren.

Vermittlung berufsbezogener Sprachkenntnisse

Während der gesamten Maßnahme „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“ werden die jungen Flüchtlinge weiter sprachlich gefördert. Der Sprachunterricht ist berufsbezogen und wird in der Betriebsphase weiter vertieft.

Individuelle Begleitung

Die jungen Flüchtlinge werden außerdem während der gesamten Maßnahme „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“ individuell sozialpädagogisch begleitet. Die sozialpädagogischen Fachkräfte begleiten und dokumentieren die Lernprozesse und geben den jungen Flüchtlingen Rückmeldung. Bei Bedarf werden sie auch zu anderen sozialen Fragen beraten, um sich in Deutschland gut einzufinden.